
Gold setzt seinen Aufwärtstrend am sechsten aufeinanderfolgenden Tag fort, erreicht am Montag neue Allzeithochs und hält die Gewinne zu Beginn der europäischen Sitzung. Die XAU/USD-Kurse haben die Marke von 5.111 US-Dollar pro Unze erreicht—eine Schlüsselmarke, oberhalb derer Bullen eine Bestätigung benötigen, bevor sie neue Positionen eröffnen.
Das Edelmetall erhält Unterstützung durch anhaltende geopolitische und Handelsrisiken, die die Nachfrage nach sicheren Anlagen steigern. Ein schwächerer Dollar, die Erwartungen an weitere Lockerungsmaßnahmen der Federal Reserve und kontinuierliche Käufe durch Zentralbanken—von China bis Brasilien—treiben die Preise auf neue Rekordhöhen. Die People's Bank of China hat ihre Goldkäufe den vierzehnten Monat in Folge fortgesetzt, während Zentralbanken in Schwellenländern, darunter Polen, Indien und Brasilien, weiterhin Reserven aufbauen. Zunehmendes Interesse an börsengehandelten Fonds verstärkt ebenfalls den Aufwärtstrend: Die globalen Investitionen in Gold-ETFs stiegen im Jahr 2025 um 25%, und die gesamten Bestände erreichten 4.025 Tonnen.

Die politische Unsicherheit in den Vereinigten Staaten verleiht weiteren Schwung. Die Versprechen von Präsident Donald Trump, 100% Zölle auf kanadische Waren zu erheben, und die zunehmenden Spannungen mit der NATO haben den Dollar auf sein niedrigstes Niveau seit September 2025 getrieben, was erneut die Strategie "Sell America" belebte. Die jüngsten Spannungen zwischen den USA und der NATO über Grönland, der fehlende Fortschritt in den Gesprächen zwischen der Ukraine und Russland in Abu Dhabi und die Drohung von 100% Zöllen auf kanadische Waren haben das Interesse an Gold als sicheren Hafen weiter gestärkt.
Vor diesem Hintergrund bleibt Gold der Hauptnutznießer des zunehmenden Misstrauens gegenüber Risikoanlagen und dem US-Dollar.
In dieser Woche verlagert sich der Hauptfokus der Investoren auf die FOMC-Sitzung, die am Dienstag beginnt. Die Märkte warten auf Signale bezüglich des zukünftigen Zinspfads, die die Richtung des Dollars bestimmen und die kurzfristige Dynamik des Metalls festlegen könnten. Kommentare von Fed-Vorsitzendem Jerome Powell werden entscheidend sein, um den Ausblick für die Geldpolitik zu bewerten.
Unterdessen könnten die Daten zu den Bestellungen langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA, die später heute während der nordamerikanischen Sitzung veröffentlicht werden, kurzfristige Anpassungen der Preisentwicklung von XAU/USD einführen, obwohl der breitere Trend fest bullisch bleibt.
Aus technischer Sicht erfordert das Rekordpreisniveau von $5.111 eine Bestätigung für weiteren Aufwärtskurs. Oszillatoren auf dem Tageschart befinden sich im überkauften Bereich, was auf die Notwendigkeit einer korrektiven Rückwärtsbewegung in der aktuellen Phase hinweist.
