
Der japanische Yen hat sich den zweiten Tag in Folge gestärkt und handelt in der Nähe seines höchsten Niveaus seit dem 14. November gegenüber einem geschwächten US-Dollar. Das USD/JPY-Paar ist unter die psychologische Marke von 154,00 gefallen, da die Märkte die Möglichkeit einer koordinierten Aktion der USA und Japans einpreisen, um eine weitere Abwertung des Yen zu verhindern.
Nachdem das japanische Finanzministerium und die Federal Reserve Bank of New York Überprüfungen der Zinssätze durchgeführt hatten, warnte Premierministerin Sanae Takaichi am Sonntag, dass die Behörden bereit seien, gegen spekulative Schwankungen vorzugehen. Diese Kommentare verstärkten die Erwartungen einer potenziellen Intervention und gaben den Ton für den Handel zu Beginn der neuen Woche an.
Am Montag erklärte der Chefkabinettssekretär Seiji Kihara, dass Maßnahmen im Devisenmarkt im Rahmen der gemeinsamen Erklärung der USA und Japans ergriffen werden würden, lehnte jedoch Kommentare zu Berichten über Zinsprüfungen ab.
Auf der Sitzung am Freitag hielt die Bank of Japan erwartungsgemäß den kurzfristigen Leitzins mit 0,75% bei einer 8-1 Abstimmung unverändert bei, hob gleichzeitig ihre Inflations- und Wirtschaftsprognosen an und bekräftigte ihr Engagement zur Fortsetzung der Politiknormalisierung. Diese Haltung steht im Gegensatz zu der zurückhaltenden Haltung der Federal Reserve und bietet zusätzliche Unterstützung für den Yen.
Der Druck auf den Dollar hält an angesichts steigender politischer Risiken. Aussagen von US-Präsident Donald Trump über potenzielle Zölle sowie harte Rhetorik gegenüber den NATO-Verbündeten haben die "Sell America"-Strategie gestärkt und den US-Dollar-Index in Richtung seiner Tiefststände von September 2025 gedrückt. Die Divergenz in der Geldpolitik—zwischen der hawkischen Haltung der Bank of Japan und dem zurückhaltenden Ansatz der Fed—begünstigt weiterhin die japanische Währung.
Kurzfristig sollten Händler den Fokus auf die Veröffentlichung der Daten zu US-Aufträgen für langlebige Güter und das FOMC-Meeting legen, das am Dienstag beginnt. Das Ergebnis des Treffens und das Vorgehen von Fed-Chef Jerome Powell werden die kurzfristige Richtung des Dollars und des USD/JPY-Paares bestimmen.
Aus technischer Sicht haben die Preise die psychologische Marke von 154,00 und den 100-Tage-EMA durchbrochen und halten sich kaum über der Unterstützung beim 100-Tage-SMA. Sollten die Preise dieses Unterstützungsniveau nicht halten können, würde dies als neues bärisches Signal für USD/JPY angesehen und einen Rückgang zum 200-Tage-SMA beschleunigen. Sollte die Unterstützung halten, könnten die Preise einen Versuch unternehmen, sich über 154,00 zu erholen, in der Hoffnung, über den 100-Tage-EMA zurückzukehren.
Allerdings hat das Momentum nachgelassen. Der MACD-Indikator (Moving Average Convergence Divergence) driftet in Richtung Null-Linie und setzt seinen Rückgang fort, was auf wachsenden bärischen Druck hindeutet. In der Zwischenzeit befindet sich der RSI (Relative Strength Index) nahe dem überverkauften Bereich, was darauf hindeutet, dass, wenn es Käufern gelingt, das 100-Tage-SMA zu verteidigen, ein Aufschwung eintreten könnte. Ein Tagesschluss unter diesem Unterstützungsniveau würde die Tür zu einer tieferen Korrektur öffnen, während eine Stabilisierung darüber die insgesamt bullische Struktur bewahren würde.
