Das Währungspaar EUR/USD bewegte sich am Freitag weiterhin in der Handelsspanne von 1,1769–1,1829. Am Montagmorgen gelang jedoch ein Schlusskurs oberhalb des 50,0%-Retracement-Levels bei 1,1829, was Erwartungen auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends in Richtung der Marken von 1,1888 und 1,1963 stützt. Die „bärische“ Offensive wurde vorerst gestoppt.

Das Wellenbild im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die jüngste Aufwärtswelle hat das Hoch der vorherigen Welle nach oben durchbrochen, während die letzte Abwärtswelle das vorherige Tief nicht unterschritten hat. Damit bleibt der Trend bullisch. Die Bullen haben inmitten einer groß angelegten Offensive nur eine kurze Pause eingelegt – eine Offensive, die ohne Donald Trump möglicherweise gar nicht stattgefunden hätte. Trump hat die Spannungen weltweit und innerhalb der USA bis zum Äußersten verschärft, und die Märkte reagieren weiterhin, indem sie aus der riskanten US-Währung mit unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven flüchten.
Am Freitag war der Nachrichtenfluss sowohl in den USA als auch in der Eurozone eher schwach. Die Händler verarbeiteten weiterhin die Informationen, die sie am Donnerstag von der EZB und der Bank of England erhalten hatten, wobei der Fokus hauptsächlich auf der Bank of England lag. Infolgedessen wurde das Pfund am Donnerstag und Freitag deutlich aktiver gehandelt. Die Gemeinschaftswährung verbrachte vier Tage in einem Seitwärtskanal, und die Daten zum US-Verbrauchervertrauen sowie zur deutschen Industrieproduktion reichten nicht aus, um das Währungspaar aus dieser Spanne herauszubewegen. Es ist anzumerken, dass die deutsche Industrieproduktion im Dezember um 1,9 % zurückging und damit deutlich schlechter ausfiel als von den Märkten erwartet, während der Handelsbilanzüberschuss auf 17,1 Mrd. € gegenüber der Prognose von 14,1 Mrd. € anstieg. Somit war der moderate intraday Anstieg des Euro durchaus nachvollziehbar. Die Daten zum US-Verbrauchervertrauen hätten die Bären zwar unterstützen können, doch diese scheinen ihr Korrekturpotenzial ausgeschöpft zu haben. Meiner Ansicht nach werden die Bullen in naher Zukunft ihre Angriffsbemühungen wieder aufnehmen, da das übergeordnete Nachrichtenumfeld für sie weiterhin sehr günstig ist. In dieser Woche werden wichtige US-Daten zur Inflation, zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht, die die Bären zusätzlich schwächen könnten.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom 61,8%-Retracement-Niveau bei 1,1770 nach oben ab, drehte zugunsten der europäischen Währung und konsolidierte sich oberhalb des 50,0%-Fibonacci-Niveaus bei 1,1829. Damit kann sich der Aufwärtstrend kurzfristig bis zum 0,0%-Retracement-Niveau bei 1,2083 fortsetzen. Derzeit sind auf keinem Indikator neue Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT) Report:

In der jüngsten Berichtswoche eröffneten professionelle Marktteilnehmer 11.965 Long-Positionen und schlossen 19.262 Short-Kontrakte. Die Stimmung der Gruppe der „Non-commercial“ bleibt dank Donald Trump und seiner Politik bullisch und verstärkt sich im Zeitverlauf weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 302.000, während die Short-Positionen 138.000 betragen. Damit verfügen die Bullen über einen mehr als doppelt so großen Vorteil.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten Großanleger ihre Short-Positionen und bauten Long-Positionen aus. Dann begann der „Shutdown“, und nun sehen wir dasselbe Bild erneut: Professionelle Trader stocken weiterhin ihre Long-Positionen auf. Die Politik von Donald Trump bleibt für Trader der bedeutendste Faktor, da sie zahlreiche Probleme schafft, die langfristige und strukturelle Folgen für die USA haben werden – etwa eine Verschlechterung am Arbeitsmarkt und einen Rückgang des globalen Ansehens. Zudem bereitet den Tradern ein möglicher Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve im Jahr 2026 sowie Donald Trumps geopolitische Ambitionen Sorgen.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone:
Eurozone – Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde (04:00 UTC).
Am 9. Februar enthält der Wirtschaftskalender nur einen Termin, der nach der EZB-Sitzung kaum großes Interesse auf sich zieht. Der Einfluss des Nachrichtenumfelds auf die Marktstimmung dürfte am Montag minimal ausfallen.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Ich würde heute keine Verkäufe des Währungspaares in Betracht ziehen, da die Bullen offenbar eine neue Offensive gestartet haben. Kaufpositionen boten sich nach einem Schlusskurs oberhalb der Marke von 1,1829 im Stundenchart an, mit Kurszielen bei 1,1888 und 1,1963.
Die Fibonacci-Gitter werden im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1577–1,2083 gezogen.
