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FX.co ★ Schwere Zeiten stehen dem US-Dollar bevor

Schwere Zeiten stehen dem US-Dollar bevor

Der jüngste Bericht der CFTC brachte eine unerfreuliche Überraschung für den US-Dollar: Die Netto-Short-Position auf den Dollar stieg in der Berichtswoche um 9,3 Milliarden US-Dollar und erreichte damit ihren höchsten Stand seit Juli des vergangenen Jahres. Alle wichtigen Währungen verbesserten ihre Positionierung gegenüber dem Dollar, angeführt erneut vom Euro, der um 4,4 Milliarden US-Dollar zulegte, während auch die Rohstoffwährungen solide Zuflüsse verzeichneten.

Schwere Zeiten stehen dem US-Dollar bevor

Die spekulativen Positionierungen im Dollar sind offen bärisch geworden, und die entscheidende Frage ist nun, ob wir lediglich eine weitere zyklische Welle der Marktpräferenzen erleben, auf die der übliche Wiederanstieg folgt – oder ob wir am Beginn einer grundlegenden Schwächung des US-Dollar stehen, die das Ende seiner Ära der totalen Dominanz einläutet.

Kevin Warsh, der neu nominierte Fed-Vorsitzende, ist möglicherweise nicht der Trump-Loyalist, als den manche Analysten ihn ansehen. Eines seiner bemerkenswerten Zitate vom November letzten Jahres lautete: „…die Federal Reserve sollte ihre schwerwiegenden Fehler überdenken, die zu massiver Inflation geführt haben. Sie sollte das Dogma aufgeben, dass Inflation entsteht, wenn die Wirtschaft zu schnell wächst und Arbeitnehmer zu viel verdienen. Inflation entsteht, wenn der Staat zu viel ausgibt und zu viel Geld druckt.“

In diesem Sinne unterstützt Warsh die Reformen, die Trump vorantreibt: Der Slogan „Make America Great Again“ impliziert, mehr zu verdienen, nicht aber Wohlstand aus dem Nichts zu schaffen, der dann künftigen Generationen entzogen wird.

Das legt die Logik künftiger Schritte nahe – die Fed wird den Ankauf von Staatsanleihen voraussichtlich nicht mehr in den bisher gewohnten Volumina fortsetzen. Die Regierung wird versuchen, das Haushaltsdefizit sowohl durch eine Steigerung der Einnahmen mittels unternehmensfreundlicher Politik (daher Trumps Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken – um Geld billiger zu machen – und Zölle als Barriere gegen Billigimporte zur Ankurbelung der heimischen Produktion) als auch durch Ausgabenkürzungen zu decken. Das „Gürtel-enger-Schnallen“ wird politisch nicht offen ausgesprochen, seine Umsetzung ist jedoch unausweichlich.

Schwere Zeiten stehen dem US-Dollar bevor

Der Beschäftigungsbericht für Januar wurde auf Mittwoch, den 11. Februar, verschoben und wird das zentrale Ereignis der Woche sein. Sollte der Arbeitsmarkt Anzeichen einer Erholung zeigen, könnte der Dollar seine aktuellen Niveaus halten. Doch eine Reihe anderer Indikatoren deutet auf eine anhaltende Verschlechterung der Beschäftigungsbedingungen hin.

Der ADP-Bericht zeigte, dass im Januar nur 22.000 Stellen im Privatsektor geschaffen wurden – deutlich unter den langfristigen Durchschnittswerten. Die ISM-Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe lag im Januar bei 48,1; das ist zwar besser als im Dezember, befindet sich aber trotz monatelanger Bemühungen Trumps zur Belebung der Industrie weiterhin im Schrumpfungs- und nicht im Expansionsbereich. Die ISM-Beschäftigung im Dienstleistungssektor blieb mit 50,3 nur knapp im Expansionsbereich, schlechter als im Dezember und unter den Prognosen.

Die von Challenger gemeldeten Entlassungen schnellten im Januar deutlich in die Höhe – von 35.553 auf 108.435. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe übertrafen die Prognosen, und die offenen Stellen laut JOLTS gingen im Dezember merklich zurück, anstatt wie erwartet zuzunehmen.

Schwere Zeiten stehen dem US-Dollar bevor

Über alle Kennzahlen hinweg, die die Gesundheit des Arbeitsmarktes widerspiegeln, zeigt sich ein Verschlechterungs- statt eines Erholungstrends. Das deutet auf Stagnation – möglicherweise eine Rezession – hin, und der Trump-Administration ist es bislang trotz aggressiver Maßnahmen nicht gelungen, diese Entwicklung umzukehren.

Der heutige Aufruf Chinas an seine Banken, die Nutzung von US Treasuries aufgrund von Marktrisiken zu begrenzen, fügt eine weitere Sorgeebene hinzu und weist auf eine weitere Verschlechterung hin. China geht davon aus, dass die wachsenden US-Haushaltsdefizite nicht nachhaltig finanziert werden können, was das Risiko eines staatlichen Stressereignisses erhöht.

In der Gesamtschau sehen wir keine Grundlage dafür, dass der US-Dollar zu einer anhaltenden Rallye ansetzt. Die Non-Farm Payrolls für Januar könnten den Dollar deutlich unter Druck bringen, falls sie die Erwartungen verfehlen – was durchaus möglich ist. Sollten die NFPs entgegen den Erwartungen deutlich positiv überraschen, würde der Markt vermutlich mit einer Welle kritischer Kommentare reagieren, in denen den Behörden Datenmanipulation vorgeworfen wird – ein Ergebnis, das das Vertrauen in den Dollar weiter untergraben würde.

Dem Dollar stehen harte Zeiten bevor, und der Abwärtstrend zeigt keinerlei Anzeichen eines Endes.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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