Am Montag konsolidierte sich das Währungspaar EUR/USD oberhalb des 50,0%-Korrekturlevels bei 1,1889, das ich zum Eröffnen von Kaufpositionen vorgeschlagen hatte. Bis zum Tagesende konnte sich die europäische Währung oberhalb des 38,2%-Fibonacci-Levels bei 1,1889 behaupten. Damit könnte sich der Aufwärtstrend heute in Richtung des nächsten Korrekturlevels von 23,6% bei 1,1963 fortsetzen. Ein erneuter Bruch des Bereichs unterhalb von 1,1889 würde hingegen für die US-Währung sprechen und eine Rückkehr in die Zone von 1,1769–1,1829 begünstigen.

Das Wellenbild im Stundenchart bleibt übersichtlich. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das Tief der vorherigen Welle nicht durchbrochen, und die neue Aufwärtswelle hat ihrerseits das vorherige Tief noch nicht unterschritten. Damit bleibt der Trend „bullish“. Die Bullen haben innerhalb einer groß angelegten Offensive eine kurze Pause eingelegt, die ohne Donald Trump möglicherweise gar nicht stattgefunden hätte. Trump hat die Spannungen in der Welt und innerhalb der Vereinigten Staaten auf die Spitze getrieben, und die Märkte reagieren weiterhin, indem sie aus der riskanten US‑Währung mit unsicheren wirtschaftlichen Aussichten flüchten.
Am Montag gab es weder in den USA noch in der EU nennenswerte Nachrichten, dennoch setzte der Markt den Verkauf des Dollars fort. Warum? Meiner Ansicht nach spielte erneut der Unsicherheitsfaktor eine Rolle. In der vergangenen Woche wurden die Nonfarm Payrolls und die Arbeitslosenstatistik nicht veröffentlicht. Gerade diese Daten helfen Tradern jedoch, künftige Änderungen in der Geldpolitik der Fed abzuschätzen. Donald Trump hat zwar den Namen des neuen FOMC‑Vorsitzenden bekannt gegeben, doch die Marktteilnehmer wissen noch immer nicht, welcher Linie Kevin Warsh folgen wird. Zuvor hatte er sich wiederholt gegen eine Ausweitung der Fed‑Bilanz und gegen Zinssenkungen ausgesprochen. Nun steht er jedoch unter dem Druck von Donald Trump, der eine Lockerung der Geldpolitik fordert. Infolgedessen ziehen es Trader vor, den Dollar zu verkaufen, da sie nicht wissen, welche Zukunft der Fed bevorsteht, welche neuen Handelszölle Donald Trump in naher Zukunft einführen könnte oder wie die Geschichte um Jerome Powell und die gerichtlichen Ermittlungen ausgehen wird. Morgen werden die Daten zum Arbeitsmarkt und zur Arbeitslosigkeit veröffentlicht, die sowohl den Bären als auch den Bullen in die Hände spielen könnten. Trader werden genau darauf achten, ob die Prognosen bestätigt werden, und der generellen Schwäche beider Indikatoren nur wenig Beachtung schenken.

Im 4-Stunden-Chart prallte das Paar vom 61,8%-Korrekturlevel bei 1,1770 nach oben ab, drehte zugunsten der europäischen Währung und konsolidierte sich oberhalb des 38,2%-Fibonacci-Levels bei 1,1890. Damit kann sich der Aufwärtstrend kurzfristig bis zum 0,0%-Korrekturlevel bei 1,2083 fortsetzen. Aktuell sind auf keinem Indikator neu entstehende Divergenzen zu erkennen.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:
In der letzten Berichtswoche eröffneten professionelle Marktteilnehmer 11.965 Long-Positionen und schlossen 19.262 Short-Positionen. Die Stimmung in der Gruppe der „Non-commercial“ bleibt dank Donald Trump und seiner Politik „bullish“ und verstärkt sich mit der Zeit weiter. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen beläuft sich nun auf 302.000, während Short-Positionen 138.000 ausmachen. Das ist ein mehr als doppelt so großer Vorteil für die Bullen.
Über dreiunddreißig Wochen in Folge reduzierten große Marktteilnehmer ihre Short-Positionen und bauten Long-Positionen aus. Dann begann der „Shutdown“, und nun sehen wir dasselbe Bild: Professionelle Händler setzen den Aufbau von Long-Positionen fort. Die Politik von Donald Trump bleibt der wichtigste Faktor für Trader, da sie zahlreiche Probleme schafft, die langfristige und strukturelle Folgen für die Vereinigten Staaten haben werden – etwa eine Verschlechterung des Arbeitsmarktes und einen Rückgang des globalen Ansehens. Händler sind außerdem wegen eines möglichen Verlusts der Unabhängigkeit der Fed im Jahr 2026 und wegen der geopolitischen Ambitionen von Donald Trump besorgt.
Wirtschaftskalender für die USA und die Europäische Union:
- USA – ADP Employment Change (wöchentlich) (13:15 UTC)
- USA – Retail Sales Change (13:30 UTC)
Am 10. Februar enthält der Wirtschaftskalender zwei Veröffentlichungen, die den Dollar mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor einem weiteren Rückgang bewahren werden. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung wird am Dienstag schwach sein.
EUR/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Verkäufe des Währungspaares sind heute möglich, wenn der Stundenschlusskurs unter 1,1889 liegt, mit einem Ziel bei 1,1829. Kaufgelegenheiten ergaben sich bei einem Schlusskurs über 1,1829 im Stundenchart, mit Kurszielen bei 1,1889 und 1,1963. Das erste Ziel wurde erreicht. Long-Positionen können offen gehalten werden.
Die Fibonacci-Gitter werden im Stundenchart von 1,1805–1,1578 und im 4-Stunden-Chart von 1,1577–1,2083 gezogen.
