
Das Währungspaar EUR/USD bewegte sich am Mittwoch bis zur Veröffentlichung der Non-Farm-Payrolls- und Arbeitslosenberichte sehr ruhig. Das ist nicht überraschend, da der Markt bereits seit letzter Woche auf diese Daten gewartet hatte. Statt der Non-Farm Payrolls und der Arbeitslosenzahlen mussten sich die Händler mit den ADP-, JOLTs- und den üblichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe zufriedengeben. Alle drei Veröffentlichungen fielen enttäuschend aus und gossen zusätzlich Öl ins Feuer, unter dem der Dollar seit über einem Jahr steht.
Trotz eines starken BIP-Wachstums weisen immer mehr Experten auf den künstlichen Charakter dieses Wachstums hin. Erinnern wir uns daran, dass Donald Trump vor wenigen Tagen erklärte, er erwarte, dass Kevin Warsh die Wirtschaft auf 15 % ankurbeln werde. Viele nahmen diese Aussage als Scherz, aber es ist klar, worauf Trump abzielt. Er will die US-Wirtschaft noch weiter anheizen. Mit welchen Mitteln und Methoden? Experten stellen fest, dass die reale Kaufkraft der amerikanischen Bevölkerung sinkt. Wir haben bereits früher erwähnt, dass die offizielle Inflation relativ niedrig bleibt, die Preise jedoch dennoch steigen, wie viele amerikanische Verbraucher feststellen. Dies schafft ein Paradoxon: Die Wirtschaft wächst, aber die Kaufkraft sinkt, die Belastung der Haushalte nimmt zu, und die Zahl der Unzufriedenen mit Trumps Politik steigt rasant.
Separat hervorheben sollte man den angeschlagenen US-Arbeitsmarkt. Der Rückgang ist mit bloßem Auge erkennbar. Der Arbeitsmarkt ist das Fundament jeder Volkswirtschaft. Wenn die Bevölkerung keine Arbeit findet, kann sie keine Kredite bedienen, keine Käufe tätigen, sich nicht medizinisch versorgen lassen und keine Dienstleistungen bezahlen. Auf dem Papier wirkt jedoch erneut alles beherrschbar. Die Arbeitslosenquote liegt nur bei 4,4 %, und der Arbeitsmarkt schafft zugegebenermaßen Arbeitsplätze. Warum berichten dann immer mehr Amerikaner, dass sie keine Arbeit finden, und gehen auf die Straße, um zu protestieren?
Wir schlagen vor, die Situation rund um den Dollar und die USA insgesamt zu analysieren, anstatt sich auf isolierte Berichte zu konzentrieren. Einzelne makroökonomische Veröffentlichungen können die US-Währung stützen, einfach weil ihre tatsächlichen Werte die Prognosen übertroffen haben. Auf dieses wirtschaftliche Paradoxon ist bereits früher hingewiesen worden. Wenn zum Beispiel die Prognose für den Non-Farm-Payroll-Report bei 20.000 liegt, der tatsächliche Wert aber 30.000 beträgt, bedeutet dies, dass die Lage besser ist, als der Markt erwartet hatte, und der Dollar steigt. Praktisch alle Händler und Ökonomen wissen jedoch, dass selbst 50.000 neue Stellen pro Monat äußerst wenig sind und nicht ausreichen, um einen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.
Unserer Ansicht nach spiegelt die technische Analyse die Situation derzeit am besten wider. Werfen Sie einen Blick auf den Tages-Chart: Seit Donald Trump zum zweiten Mal Präsident wurde, ist der Dollar entweder gefallen oder im besten Fall seitwärts gelaufen. Damit hat es in den letzten 13 Monaten gegenüber dem Euro (seinem wichtigsten Konkurrenten) kein nennenswertes Wachstum gegeben. Wir sehen nach wie vor nichts, was der US-Währung Wachstumschancen eröffnen könnte, zumal Trump ihren Rückgang offen begrüßt.
Die durchschnittliche Volatilität des Währungspaares EUR/USD betrug in den letzten 5 Handelstagen mit Stand 12. Februar 72 Pips und wird damit als „durchschnittlich“ eingestuft. Wir erwarten, dass das Paar am Donnerstag in einer Spanne zwischen 1,1807 und 1,1951 gehandelt wird – der obere Kanal der linearen Regression zeigt nach oben und weist auf eine weitere Aufwertung des Euro hin. Der CCI-Indikator ist in die überkaufte Zone eingetreten und warnt vor einer möglichen Korrektur.
Nächste Unterstützungszonen:
- S1 – 1,1841
- S2 – 1,1719
- S3 – 1,1597
Nächste Widerstandszonen:
- R1 – 1,1963
- R2 – 1,2085
- R3 – 1,2207
Handelsempfehlungen:
Das Währungspaar EUR/USD setzt innerhalb des Aufwärtstrends seine ausgeprägte Korrektur fort. Das übergeordnete fundamentale Umfeld bleibt für den Dollar weiterhin deutlich negativ. Das Paar hat sieben Monate in einer Seitwärtsrange verbracht, und es ist wahrscheinlich, dass nun die Zeit gekommen ist, den übergeordneten Trend aus dem Jahr 2025 wieder aufzunehmen. Dem Dollar fehlt die fundamentale Basis für ein langfristiges Wachstum. Daher kann der Dollar bestenfalls auf eine Seitwärtsphase oder eine Korrektur hoffen. Befindet sich der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, können aus rein technischer Sicht kleinere Short-Positionen mit einem Ziel bei 1,1719 in Betracht gezogen werden. Über der Linie des gleitenden Durchschnitts bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,1963 und 1,2085 relevant.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Lineare Regressionskanäle helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in dieselbe Richtung zeigen, bedeutet dies, dass der Trend derzeit stark ist.
- Die Linie des gleitenden Durchschnitts (Einstellungen 20.0, geglättet) definiert den kurzfristigen Trend sowie die Richtung, in die aktuell gehandelt werden sollte.
- Murray-Level sind Zielmarken für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatilitätsniveaus (rote Linien) zeigen auf Basis der aktuellen Volatilität den wahrscheinlichen Preiskanal an, in dem sich das Paar am nächsten Tag bewegen wird.
- Das Eintreten des CCI-Indikators in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert eine mögliche Trendwende in die Gegenrichtung.
