Bitcoin ist seit Oktober vergangenen Jahres um mehr als 50 % gefallen und zeigt keinerlei Anzeichen, diesen Rückgang zu stoppen oder auch nur eine leichte Erholung zu beginnen. Es sind keine „bullischen“ Muster erkennbar, und ein Bruch der Abwärtstrendstruktur ist weder vorhanden noch in naher Zukunft zu erwarten. Wie bereits erwähnt, ist die Krypto-Community derzeit in zwei Lager gespalten: diejenigen, die aktiv handeln und analysieren, und diejenigen, die unablässig Wachstum prognostizieren. Vereinfacht ausgedrückt gibt es Trader und Investoren, die an einem ewigen Anstieg von Bitcoin interessiert sind, und solche, die die Lage realistischer einschätzen.
Einer der ehrlichen und fairen Marktexperten, Michael Burry, erklärte diese Woche, dass sich das fundamentale Umfeld für Bitcoin in den letzten Wochen nicht verändert habe. Daher gebe es keinen Grund, ein Ende des Rückgangs zu erwarten. Er warnte, dass in den vergangenen Jahren viele Unternehmen dem Beispiel von MicroStrategy gefolgt sind und ihr gesamtes Kapital, einschließlich geliehener Mittel, in „digitales Gold“ investiert haben. Allerdings ist MicroStrategy immer noch ein großes Unternehmen, das in der Lage ist, längere Zeit erhebliche Rückgänge auszuhalten. Dasselbe lässt sich über etliche kleinere Unternehmen nicht sagen – für sie könnte ein Rückgang von Bitcoin um 50 % katastrophal sein.
Burry warnte, dass Bitcoin in eine „Todesspirale“ geraten könnte, die sich durch Kaskaden von Verkäufen und das Schließen offener Long-Positionen selbst verstärkt. Er stellte fest, dass Bitcoin erneut nicht in der Lage war, sich als Wertspeicher oder Inflationsschutz zu bewähren. Angesichts der Sorgen über eine weitere Abwertung des US-Dollar, geopolitischer Spannungen und Probleme in der US-Wirtschaft bevorzugten Anleger als sichere Häfen Gold und Silber gegenüber Bitcoin. Der Experte warnte außerdem, dass bei einem weiteren Rückgang von Bitcoin um 10 % Liquiditätsprobleme selbst bei MicroStrategy auftreten könnten. Zudem könnte eine Insolvenzwelle unter Minern folgen, da die geschätzten Kosten für das Mining eines Bitcoin derzeit zwischen 70.000 und 90.000 US-Dollar liegen.
Der Krypto-Experte wies außerdem darauf hin, dass die Nachfrage nach Bitcoin seitens Firmen mit Treasury-Beständen sowie die Auflegung neuer Bitcoin-Fonds nicht ausreiche, um den Preis des wichtigsten Krypto-Assets zu stützen. Solche Unternehmen sind verpflichtet, ihre Vermögenswerte zum Marktwert zu bewerten, und wenn der Preis fällt, müssen sie ihr Kapital neu berechnen. Sinkt das Kapitalniveau, verlangt das Risikomanagement den Abbau von wertmindernden und riskanten Vermögenswerten, was eine neue Verkaufswelle auslösen kann.
Empfehlungen für den Handel mit BTC/USD:
Bitcoin setzt die Ausbildung eines voll ausgeprägten Abwärtstrends fort. Wir rechnen weiterhin mit Rückgängen in Richtung 57.500 US-Dollar (dem 61,8 %-Level des dreijährigen Aufwärtstrends), und derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Trendumkehr. Selbst das Niveau von 57.500 US-Dollar wirkt nicht mehr wie ein endgültiger Haltepunkt. Unter den interessanten Zonen für Short-Einstiege im Tageschart ist der letzte bärische FVG zu nennen, von dem Bitcoin noch sehr weit entfernt ist. Zudem besteht ein bärischer FVG im 4-Stunden-Chart. Eine Reaktion auf einen dieser FVGs, zusammen mit einer Bestätigung in einem kleineren Zeitrahmen, schafft die Möglichkeit, neue Short-Positionen zu eröffnen.
Empfehlungen für den Handel mit ETH/USD:
Im Tageschart setzt sich der Abwärtstrend weiter fort. Das zentrale Muster für Verkaufssignale war und bleibt ein bärischer Order Block im Wochenchart. Wie bereits gewarnt, kann die durch dieses Signal ausgelöste Bewegung stark und lang anhaltend sein. Seit seiner Ausbildung ist Ethereum bereits um 55 % beziehungsweise 2.500 US-Dollar gefallen. In naher Zukunft könnte eine Aufwärtskorrektur einsetzen, doch das einzige „bullische“ Muster im 4-Stunden-Chart wurde bereits negiert. Stattdessen haben sich zwei bärische FVGs gebildet, die mit höherer Wahrscheinlichkeit trendkonforme Verkaufssignale liefern.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- CHOCH – Bruch der Trendstruktur.
- Liquidity – Die Liquidität und die Stop-Loss-Orders der Trader, die Market Maker zum Aufbau ihrer Positionen nutzen.
- FVG – Bereich der Preisineffizienz. Der Kurs bewegt sich sehr schnell durch diese Zonen, was auf das völlige Fehlen einer Marktseite hindeutet. In der Folge tendieren die Preise dazu, in diese Bereiche zurückzukehren und darauf zu reagieren.
- IFVG – Invertierter Bereich der Preisineffizienz. Nach einer Rückkehr in einen solchen Bereich reagiert der Preis nicht, sondern bricht ihn impulsiv und testet ihn anschließend von der Gegenseite.
- OB – Order Block. Die Kerze, auf der der Market Maker eine Position eröffnet hat, um Liquidität zu akquirieren und anschließend in die entgegengesetzte Richtung seine eigene Position aufzubauen.


