
Das Währungspaar GBP/USD zeigte in dieser Woche keine nennenswerten Bewegungen. Zu Beginn der Woche waren die Erwartungen insgesamt hoch, sie haben sich jedoch aus mehreren Gründen nicht erfüllt. Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass makroökonomische Daten ein wichtiger Baustein für die Prognose von Bewegungen jeder Währung sind, sie sind jedoch häufig widersprüchlich und uneindeutig. Daher reagiert der Markt mitunter nicht logisch oder vorhersehbar auf diese Zahlen. Auf Grundlage derselben Daten können verschiedene Trader zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen gelangen. Genau das dürfte auch in dieser Woche geschehen sein.
Natürlich war der wichtigste Bericht der vergangenen Woche der Non-Farm Payrolls Report. Was hatte der Markt erwartet? Nach den enttäuschenden JOLTs- und ADP-Daten rechneten Trader im besten Fall mit 50.000 bis 70.000 neuen Stellen für Januar. Hier beginnen die Widersprüche. Zunächst ist festzuhalten, dass selbst 70.000 neue Stellen für die US-Wirtschaft ein äußerst niedriger Wert sind. Ein normaler Wert läge bei 150.000 bis 200.000 pro Monat – ein Niveau, von dem der amerikanische Arbeitsmarkt derzeit nur träumen kann. Somit kann jede Zahl unter 150.000–200.000 pro Monat nicht als positiv gewertet werden, da sie auf das Ausbleiben eines positiven Trends hinweist.
Am Ende wurden im Januar 130.000 Non-Farm-Stellen geschaffen – deutlich mehr als erwartet, aber immer noch kein besonders hoher Wert. Als Trader diese Zahl sahen, setzten für etwa eine Stunde Euphorie und ein deutlicher Anstieg des Dollars ein; gleichzeitig wurde jedoch gemeldet, dass die Gesamtzahl der Arbeitsplätze im Jahr 2025 um „nur“ 400.000 nach unten revidiert wurde. Laut der Neubewertung des Statistikamts wurden im Jahr 2025 rund 180.000 Stellen geschaffen (130.000 im Januar 2026). Wie sind unter diesen Umständen die Non-Farm Payrolls für Januar zu interpretieren?
Einerseits ließe sich argumentieren, dass sich der Arbeitsmarkt dank drei Senkungen des Leitzinses der Fed tatsächlich erholt und sich die Lage weiter verbessern wird. Andererseits: Welche Garantie gibt es, dass der Anstieg im Januar kein Einzelfall ist? Welche Garantie gibt es, dass das Statistikamt die aktuellen Daten nicht bereits im Folgemonat oder Ende 2026 erneut um Zehn- oder Hunderttausende nach unten revidiert? Unserer Ansicht nach ist das Vertrauen in die statistischen Daten von „jenseits des Atlantiks“ deutlich gesunken. Arbeitslosen- und Arbeitsmarktdaten werden ständig revidiert oder widersprechen einander. So weist etwa der ADP-Bericht nur 20.000 neue Stellen aus, die Non-Farm Payrolls zeigen 130.000, die Zahl der offenen Stellen laut JOLTs sinkt um 0,7 Millionen, während die Arbeitslosenquote auf 4,3 % zurückgeht …
Der Markt befindet sich daher derzeit in einem Zustand völliger Verwirrung. Trader wissen nicht, wie sie auf Zahlen reagieren sollen, die für Januar zwar optimistisch wirken, gleichzeitig aber für das Gesamtjahr 2025 auf ein völliges Scheitern hindeuten. In solchen Situationen ist es notwendig, auf die technische Analyse zurückzugreifen. Im Tageschart ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen, an dem kaum Zweifel bestehen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen und der Dollar weiter an Wert verlieren wird.

Die durchschnittliche Volatilität des GBP/USD-Paares in den letzten 5 Handelstagen beträgt zum 15. Februar 83 Pips, was als „durchschnittlich“ einzustufen ist. Am Montag, dem 16. Februar, erwarten wir, dass sich das Paar innerhalb einer Spanne zwischen den Marken 1,3570 und 1,3736 bewegt. Der obere Kanal der linearen Regression ist nach oben gerichtet, was auf eine Erholung des Trends hindeutet. Der CCI-Indikator ist in den überkauften Bereich eingetreten und signalisiert, dass die Korrektur vom 26. Januar bereits abgeschlossen sein könnte.
Nächste Unterstützungsniveaus:
- S1 – 1,3550
- S2 – 1,3428
- S3 – 1,3306
Nächste Widerstandsniveaus:
- R1 – 1,3672
- R2 – 1,3794
- R3 – 1,3916
Handelsempfehlungen:
Das GBP/USD-Paar dürfte seinen Aufwärtstrend im Jahr 2025 fortsetzen, und der langfristige Ausblick hat sich nicht verändert. Die Politik von Donald Trump wird weiterhin Druck auf die US-Wirtschaft ausüben, sodass wir 2026 nicht mit einer Stärkung des Dollars rechnen. Selbst sein Status als „Reservewährung“ spielt für Trader inzwischen keine Rolle mehr. Daher bleiben Long-Positionen mit Zielen bei 1,3916 und höher in naher Zukunft relevant, solange sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt befindet. Befindet sich der Kurs unterhalb der Linie des gleitenden Durchschnitts, können unter technischen (Korrektur-)Gesichtspunkten kleinere Short-Positionen mit Ziel 1,3550 in Betracht gezogen werden. Von Zeit zu Zeit zeigt der US-Dollar globale Korrekturen, doch für ein trendbestimmtes Wachstum sind globale positive Faktoren erforderlich.
Erläuterungen zu den Abbildungen:
- Regression Channels helfen, den aktuellen Trend zu bestimmen. Wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, weist dies auf einen starken aktuellen Trend hin.
- Moving Average Line (Einstellungen 20.0, smoothed) bestimmt den kurzfristigen Trend und die Richtung, in die derzeit gehandelt werden sollte.
- Murray Levels – Zielniveaus für Bewegungen und Korrekturen.
- Volatility Levels (rote Linien) – der wahrscheinliche Preiskanal, in dem sich das Paar auf Basis der aktuellen Volatilitätswerte am nächsten Tag bewegen wird.
- CCI Indicator – sein Eintritt in den überverkauften Bereich (unter -250) oder in den überkauften Bereich (über +250) signalisiert, dass sich eine Trendwende in die entgegengesetzte Richtung nähert.
