
Die Betrachtung der europäischen Währung sollte mit der Wellenanalyse beginnen. Wir haben eine fünfteilige Aufwärtsstruktur a-b-c-d-e beobachtet, die leider keine impulsive Form angenommen hat. Dennoch erfordert sie selbst in diesem Fall die Ausbildung einer Korrekturwelle oder einer Reihe von Wellen. Die neue Korrekturstruktur kann jede beliebige Länge haben, da es sich um eine Korrekturbewegung handelt. Alles wird von der Marktstimmung abhängen, so banal das auch klingen mag. So war zum Beispiel in der vergangenen Woche meiner Ansicht nach bei den Tradern keine große Bereitschaft zu erkennen, den Dollar zu verkaufen, obwohl es viele Gründe dafür gegeben hätte. Was wird in der kommenden Woche geschehen?
Meiner Meinung nach spielt der Nachrichtenhintergrund für die Marktteilnehmer derzeit nicht die entscheidende Rolle. Wie ich schon letzte Woche erwähnt habe, fielen mindestens drei Veröffentlichungen in die Kategorie „wichtig“. Am Mittwoch sahen wir einen Rückgang des Instruments vor dem Hintergrund eines stärkeren Dollar, doch der Beigeschmack dieser Bewegung bleibt zwiespältig. Der Non-Farm-Payrolls-Bericht für Januar wies einen relativ hohen Wert aus; allerdings wurde die Gesamtzahl für 2025 auf etwa 200.000 für das gesamte Jahr nach unten revidiert. Wie ist die Januarzahl von 130.000 neuen Stellen zu interpretieren, wenn im gesamten Jahr 2025 nur rund 200.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden? Kann man das als positiv werten?
Zurück zum Euro und zur Eurozone: Die kommende Woche beginnt mit dem Bericht zur Industrieproduktion für Dezember. Die aktuellen Prognosen deuten auf einen weiteren Rückgang der Produktionsmenge um etwa 1,5 % hin. Am Dienstag veröffentlicht Deutschland den Verbraucherpreisindex für Januar, doch der Markt kennt die Vorabschätzung bereits, sodass er kaum beeindruckt sein dürfte. Ebenfalls am Dienstag werden die ZEW-Konjunkturerwartungen veröffentlicht, bei denen im Vergleich zum Vormonat ein Anstieg erwartet wird. Diese Daten sind für den Markt und den Euro allerdings nicht von besonderer Bedeutung.
Insgesamt werden die wichtigsten Veröffentlichungen am Freitag erscheinen: die Aktivitätsindizes für den Dienstleistungs- und den Fertigungssektor in Deutschland und der Eurozone. Zur Erinnerung: Die Aktivitätsindizes deuten indirekt auf eine Beschleunigung oder Verlangsamung der Wirtschaft hin. Für die europäische Wirtschaft ist es entscheidend, zumindest das aktuelle (niedrige) Wachstumstempo zu halten. Die Hauptsorgen betreffen weiterhin den Fertigungssektor, während der Dienstleistungssektor stabil über 50 bleibt. Meiner Einschätzung nach werden die europäischen Daten dem Euro keine starke Unterstützung bieten.
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Basis der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass das Instrument weiterhin einen Aufwärtstrendabschnitt ausbildet. Die Politik von Donald Trump und die Geldpolitik der Federal Reserve bleiben bedeutende Faktoren für den langfristigen Rückgang des US-Dollars. Die Ziele für den aktuellen Trendabschnitt könnten sich bis in den Bereich der 25er-Marke erstrecken. Derzeit gehe ich davon aus, dass sich das Instrument weiterhin innerhalb des Rahmens der globalen Welle 5 befindet, sodass ich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 mit steigenden Notierungen rechne. Kurzfristig kann das Instrument jedoch innerhalb einer Korrektur noch eine weitere Abwärtswelle ausbilden. Meiner Meinung nach ist es aktuell sinnvoll, nach Bereichen und Niveaus für neue Long-Positionen zu suchen, mit Kurszielen im Bereich von etwa 1,2195 und 1,2367, die den Fibonacci-Marken von 161,8 % bzw. 200,0 % entsprechen.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenbild des Instruments GBP/USD ist recht klar. Die fünfteilige Aufwärtsstruktur hat ihre Formation abgeschlossen, doch die globale Welle 5 könnte ein deutlich ausgedehnteres Erscheinungsbild annehmen. Ich gehe davon aus, dass wir in naher Zukunft die Ausbildung eines Korrekturwellen-Sets beobachten können, nach dessen Abschluss sich der Aufwärtstrend fortsetzen dürfte. Daher empfehle ich in den kommenden Wochen, nach Möglichkeiten für neue Käufe zu suchen. Meiner Ansicht nach hat das Britische Pfund unter Trump gute Chancen, in den Bereich von 1,45–1,50 zu steigen. Trump selbst begrüßt die Schwächung des Dollars, und die Fed hat auf der nächsten Sitzung die Möglichkeit, die Zinsen erneut zu senken.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und verständlich sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und führen häufig zu Änderungen.
- Wenn keine Klarheit darüber besteht, was am Markt geschieht, ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt niemals 100%ige Sicherheit über die Bewegungsrichtung, und es kann sie auch nie geben. Vergessen Sie nicht, schützende Stop-Loss-Orders zu platzieren.
- Die Wellenanalyse kann mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombiniert werden.

