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FX.co ★ DJIA: Balanceakt zwischen Tech-Sturm und makroökonomischem Optimismus

DJIA: Balanceakt zwischen Tech-Sturm und makroökonomischem Optimismus

DJIA: Balanceakt zwischen Tech-Sturm und makroökonomischem Optimismus

*) siehe auch: InstaForex trading indicators for DJIA (INDU)

Futures auf den Dow Jones bewegen sich zu Beginn der US‑Sitzung am Dienstag in einer lokalen Seitwärtsphase um 49.450,0–49.500,0 und haben sich nach einem starken Rückgang während der asiatischen Sitzung leicht erholt. Die US-Aktienindizes, einschließlich des DJIA, werden durch Makrodaten zum Arbeitsmarkt und zur Inflation gestützt, die auf eine kurzfristige Rückkehr zu einem dovish Fed-Policy-Zyklus hindeuten. Andererseits stehen sie aufgrund tektonischer Verschiebungen im Technologiesektor unter erheblichem Druck.

DJIA: Balanceakt zwischen Tech-Sturm und makroökonomischem Optimismus

Anleger verharren in einer Wartestellung vor zwei wichtigen Veröffentlichungen – dem Protokoll der FOMC-Sitzung am Mittwoch und dem PCE-Inflationsbericht am Freitag.

Aktuelle Lage: makroökonomische Unterstützung vs. Tech-Sturm

Die Inflation in den USA im Januar fiel schwächer aus als erwartet: Der Verbraucherpreisindex (CPI) verlangsamte sich auf 2,4 % gegenüber dem Vorjahr, den niedrigsten Wert seit April 2025. Auch der Kern-CPI ging auf 2,5 % zurück und erreichte damit den niedrigsten Stand seit April 2021.

Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt gemischte, aber insgesamt stabile Signale. Die Nonfarm Payrolls stiegen im Januar um 130,0 Tsd. und übertrafen damit die Erwartungen, wodurch die Arbeitslosenquote auf 4,3 % zurückgehen konnte. Diese Kombination – nachlassende Inflation bei gleichzeitig robustem Arbeitsmarkt – stärkt die Erwartungen an einen Kurswechsel der Fed hin zu einer dovishen Haltung bereits im Juni, unmittelbar nach dem erwarteten Führungswechsel an der Spitze der Notenbank im Mai.

Der Optimismus wird jedoch durch eine kräftige Verkaufswelle im Technologiesektor gebremst. Befürchtungen über die disruptive Wirkung von AI auf traditionelle Geschäftsmodelle haben eine groß angelegte Kapitalrotation ausgelöst. AI-Tools wie Claude Cowork von Anthropic verstärken die Sorge vor strukturellem Druck auf konventionelle Software-Geschäftsmodelle.

Kapitalrotation: Dow Jones wirkt robuster als Nasdaq

Trotz ausgeprägter Volatilität zeigt sich der Dow Jones im Vergleich zu Technologieindizes relativ widerstandsfähig. Während der Nasdaq Composite (bzw. der NASDAQ100 – NDX im Trading-Client) seinen fünften Wochenverlust in Folge verzeichnete (die erste derartige Serie seit 2002), gab der Dow in der vergangenen Woche nur um 1,2 % nach. Der Grund ist eine strukturelle Rotation von Kapital aus überhitzten Technologiewerten in zuvor unterbewertete Sektoren.

Seit Ende 2025 zeichnet sich ein klarer Trend ab: Investoren ziehen sich aus großen Technologiewerten zurück und schichten in Sektoren um, die nicht an der AI-Rally teilgenommen haben. Zu den Profiteuren dieser Rotation zählen:

  • Energie – der SPDR Energy Select ETF (XLE) ist im Jahr 2026 bislang um fast 22 % gestiegen.
  • Gesundheitswesen – der SPDR Healthcare ETF (XLV) hat seit September 13,7 % zugelegt.
  • Dividendenwerte und Biotech – diese Segmente sind seit November um mehr als 10 % gestiegen.

Im Gegensatz zum S&P 500 weist der Dow Jones einen geringeren Anteil an Technologieunternehmen in seiner Zusammensetzung auf und dient damit als natürlicher Rückzugsort in Phasen von Turbulenzen im Technologiesektor. Gestützt wird der Index von Wachstumswerten wie Nike (+3,32 %), UnitedHealth Group (+3,10 %) und Walt Disney (+3,00 %). Gleichzeitig belasten Tech-Komponenten im Index – Apple (–2,27 %) und Visa (–3,12 %) – das Kursniveau.

Fed-Faktor: Führungswechsel und Kursänderung

Ein wesentlicher Treiber der mittelfristigen Erwartungen bleibt der anstehende Führungswechsel bei der Federal Reserve. Ende Januar nominierte Präsident Trump Kevin Warsh als Nachfolger von Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet. Warsh, ein Wall-Street-Veteran und ehemaliger Fed-Gouverneur, gilt als Kritiker der aktuellen Geldpolitik. Er plädiert für weitreichende institutionelle Änderungen, darunter eine Verkleinerung der Fed-Bilanz zur Abschöpfung überschüssiger Liquidität, was seiner Ansicht nach die Voraussetzungen für eine weitere Senkung der Finanzierungskosten schaffen würde.

Die Märkte werten die Nominierung trotz Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Notenbank als Signal für eine potenziell lockerere Geldpolitik.

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Dem FedWatch-Tool der CME Group zufolge räumen Anleger einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im März derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 8 % ein und einer Senkung im Juni eine Wahrscheinlichkeit von 53 %.

Unternehmenssektor: gemischte Signale

Die intensive Berichtssaison ist zwar abgeschlossen, doch einzelne Ergebnisse prägen weiterhin die Stimmung. Der Halbleitermaterialienhersteller Applied Materials Inc. meldete einen Umsatz von 7,01 Milliarden US‑Dollar, womit die Erwartungen (6,87 Milliarden US‑Dollar) übertroffen wurden, der Wert jedoch unter dem Vorjahresniveau (7,17 Milliarden US‑Dollar) lag. Der Gewinn je Aktie belief sich auf 2,38 US‑Dollar und entsprach damit dem Vorjahreswert.

In dieser Woche werden Anleger die Berichte von Walmart, Warner Bros. Discovery und Booking Holdings aufmerksam verfolgen, da sie zusätzliche Einblicke in den Konsumsektor und die Unternehmensausgaben liefern könnten.

Technisches Bild

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Technisch gesehen befinden sich die Futures auf den Dow Jones (oder DJIA — INDU in der Handelsplattform) weiterhin in einem Aufwärtstrend, auch wenn das Momentum nachlässt. Die Indikatoren (RSI, OsMA, Stochastic) auf dem Tageschart haben ins Bärische gedreht. Die zentrale Unterstützung liegt im Bereich 49.000,0–48.890,0 (EMA50 und Unterkante des steigenden Kanals im Tageschart); ein Bruch unter diese Zone könnte den Weg für eine tiefere Korrektur freimachen. Der unmittelbare Widerstand befindet sich im Bereich um 49.630,0 (EMA200 im 1‑Stunden‑Chart) – 497.500,0 (lokale Hochs).

*) Weitere Details finden Sie unter DJIA (INDU): Szenarien der Dynamik am 17.02.2026

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Fazit

Der Dow Jones fungiert derzeit in der stürmischen See des US-Aktienmarkts gewissermaßen als sicherer Hafen. Eine strukturelle Sektorrotation von überhitzten Technologiewerten hin zu defensiven und zyklischen Branchen schafft ein konstruktives Umfeld für den Index. Gleichzeitig sorgen makroökonomische Signale – nachlassende Inflation und ein stabiler Arbeitsmarkt – für steigende Erwartungen an eine kurzfristige Lockerung der Fed, was traditionell positiv für Aktien ist.

Das Hauptrisiko bleibt eine Eskalation der Panik rund um künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen auf traditionelle Geschäftsmodelle. Angesichts der geringeren Abhängigkeit des Dow vom Technologiesektor und der soliden makroökonomischen Kennzahlen hat der Index jedoch gute Chancen, sich in der aktuellen Spanne zu behaupten und nach einer Klarifizierung des geldpolitischen Kurses der Fed sogar wieder zuzulegen. Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich in dieser Woche vor allem auf das FOMC-Protokoll am Mittwoch und die PCE-Inflationsdaten am Freitag, die zu Katalysatoren für die nächste größere Marktbewegung werden könnten.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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