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FX.co ★ EUR/USD. Smart Money. Wird Iran schon am Samstag angegriffen?

EUR/USD. Smart Money. Wird Iran schon am Samstag angegriffen?

Das Währungspaar EUR/USD fällt nun bereits den achten Tag in Folge, und solche anhaltenden Tagesverluste werfen die Frage auf, was diesen deutlichen Stimmungsumschwung am Markt ausgelöst hat. Meiner Ansicht nach gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Händler können nur darüber spekulieren, warum der US‑Dollar sich seit anderthalb Wochen aufwertet und dabei sowohl Chartmuster als auch zahlreiche fundamentale Entwicklungen ignoriert. Es sei daran erinnert, dass noch in der vergangenen Woche der jährliche Bericht zu den Nonfarm Payrolls und die Inflationsrate eher auf einen schwächeren als auf einen stärkeren Dollar hindeuteten. Auch ein möglicher US‑Angriff auf den Iran dürfte kaum ein positiver Faktor für den Dollar sein, da sich die USA damit für mindestens mehrere Wochen in einem offenen Konflikt befinden könnten. Der zunehmende politische Druck auf Donald Trump ist ebenfalls kein klarer Grund, den Dollar zu kaufen. Insgesamt bleibt die Marktlage daher weiterhin uneindeutig.

EUR/USD. Smart Money. Wird Iran schon am Samstag angegriffen?

Bereits heute könnte die letzte „bullische“ Imbalance (Nr. 12) ungültig werden. Wir haben keine zweite Reaktion auf dieses Muster gesehen, sodass es keinen Anlass für das Eröffnen neuer Long-Positionen gab. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Liquidität unter dem Tief vom 6. Februar abgeholt wird, aber auch dieses bullische Szenario verliert an Kraft. In dieser Woche gab es nicht viele Nachrichten, die die Bären unterstützten, dennoch steht das Währungspaar EUR/USD seit acht Tagen unter Druck.

Die Chartstruktur signalisiert nach wie vor einen bullischen Überhang. Der Aufwärtstrend bleibt intakt. Aktuell steht das Paar kurz davor, das bullische Szenario vorübergehend beiseitezulegen, aber Imbalance 12 ist noch nicht ungültig geworden. In jedem Fall existieren derzeit keine bärischen Muster, von denen aus Trader Short-Positionen eröffnen könnten. Und wie bereits erwähnt, bleibt der übergeordnete Trend bullisch.

Am Donnerstag war der Nachrichtenfluss praktisch nicht vorhanden. Daher lässt sich der heutige Rückgang nur mit Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik von Federal Reserve und EZB, Geopolitik (Iran) sowie Politik (US‑Wahlen, ein mögliches Impeachment von Trump und der Rückgang der Zustimmungsrate des Präsidenten auf 27 %) erklären. Keiner dieser Faktoren ist eindeutig.

Die Bullen haben seit sechs bis sieben Monaten ausreichend Gründe, ihren Vorstoß fortzusetzen, und diese Gründe nehmen nicht ab. Dazu gehören die taubenhafte Perspektive für die Geldpolitik des FOMC, Donald Trumps übergreifende Politik (die sich zuletzt nicht verändert hat), Spannungen zwischen den USA und China (mit nur einem vorübergehenden Waffenstillstand), öffentliche Proteste in den USA unter dem Motto „No Kings“, Schwäche am Arbeitsmarkt, der Regierungsstillstand im Herbst (der anderthalb Monate dauerte), der Shutdown im Februar, US‑Militäroperationen gegenüber bestimmten Staaten, Strafverfahren gegen Jerome Powell, Spannungen rund um Grönland sowie belastete Beziehungen zu Kanada und Südkorea. Meiner Ansicht nach wäre ein weiteres Wachstum des Paares mit diesen Faktoren im Einklang.

Ich glaube weiterhin nicht an einen bärischen Trend. Der Nachrichtenhintergrund lässt sich nach wie vor nur schwer zugunsten des Dollars interpretieren, und ich unternehme auch keinen Versuch in diese Richtung. Die blaue Linie markiert das Kursniveau, unterhalb dessen der Aufwärtstrend als abgeschlossen gelten könnte. Die Bären müssten das Paar um etwa 280 Punkte nach unten drücken, um dieses Niveau zu erreichen, was angesichts der aktuellen Nachrichtenlage und des Fehlens jeglicher bärischer Muster im Chart weiterhin herausfordernd erscheint. Das nächste Aufwärtsziel für den Euro war die wöchentliche bärische Imbalance bei 1,1976–1,2092, die im Juni 2021 entstanden ist. Dieses Muster wurde inzwischen vollständig gefüllt. Darüber stechen zwei Niveaus hervor: 1,2348 und 1,2564 — die beiden Hochs im Monatschart.

Nachrichtenkalender für die USA und die Eurozone:

Eurozone

  • Rede der EZB‑Präsidentin Christine Lagarde (00:00 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Deutschland (08:30 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Deutschland (08:30 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Eurozone (09:00 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen Eurozone (09:00 UTC)

Vereinigte Staaten

  • Kernrate der Privaten Konsumausgaben (Core PCE, 13:30 UTC)
  • Veränderung des BIP Q4 (13:30 UTC)
  • Persönliche Einkommen/Ausgaben (13:30 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (14:45 UTC)
  • Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen (14:45 UTC)

Am 20. Februar ist der Wirtschaftskalender dicht gefüllt, insbesondere mit den Einkaufsmanagerindizes der EU und den BIP‑Daten der USA. Der Einfluss des Nachrichtenhintergrunds auf die Marktstimmung am Freitag könnte den gesamten Tag über anhalten.

EUR/USD‑Prognose und Handelsempfehlungen:

Meiner Einschätzung nach befindet sich das Paar weiterhin in der Ausbildung eines Aufwärtstrends. Obwohl der breitere Nachrichtenhintergrund die Bullen begünstigt, haben die Bären in den vergangenen Monaten wiederholt Angriffe gestartet. Dennoch sehe ich keine realistischen Gründe für den Beginn eines bärischen Trends.

Aus den Imbalances 1, 2, 4, 5, 3, 8 und 9 ergaben sich für Trader Kaufgelegenheiten im Euro. In jedem dieser Fälle kam es zu einer gewissen Aufwärtsbewegung, und der Aufwärtstrend blieb intakt. Später entstand aus Imbalance 11 ein neues bullisches Signal, das es Tradern ermöglichte, Long‑Positionen mit Ziel 1,1976 zu eröffnen. Dieses Ziel wurde erreicht. In der vergangenen Woche bildete sich ein weiteres bullisches Signal in Imbalance 12 heraus, doch das Paar steht nun kurz davor, dieses zu negieren. Die formalen Ziele liegen weiterhin bei 1,2348 und 1,2564, allerdings sind jetzt neue bullische Signale erforderlich, um neue Positionen zu rechtfertigen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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