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FX.co ★ EUR/USD. Heißes Finale im Februar: Iran, PPI, IFO-Indizes und Signale von der Fed

EUR/USD. Heißes Finale im Februar: Iran, PPI, IFO-Indizes und Signale von der Fed

Vor uns liegt die letzte Februarwoche. Die volle Aufmerksamkeit der EUR/USD-Händler wird sich auf die Stellungnahmen von Vertretern der Fed richten (die die widersprüchlichen Makrodaten der vergangenen Woche kommentieren könnten), auf den US-Erzeugerpreisindex (PPI) für Januar sowie auf den Verbrauchervertrauensindex.

EUR/USD. Heißes Finale im Februar: Iran, PPI, IFO-Indizes und Signale von der Fed

Zusätzlich werden im Laufe der Woche die IFO-Indizes und die deutschen Inflationsdaten veröffentlicht. Gehen wir jedoch Schritt für Schritt vor.

Montag

Am Montag wird der Markt auf die jüngsten Äußerungen von Donald Trump reagieren, der beschlossen hat, den am Freitag eingeführten zusätzlichen Zoll von 10 % auf alle Importe in die USA auf 15 % anzuheben. Zur Erinnerung: Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag entschieden, dass die umfangreichen Zölle, die der Präsident auf die meisten Länder erhoben hat, rechtswidrig sind. Die Richter urteilten mehrheitlich, dass ihre einseitige Einführung die Befugnisse des Präsidenten überschritten habe und sie daher aufgehoben werden müssten. Als Reaktion darauf ersetzte Trump die vom Gericht kassierten Zölle durch eine Steuer von 10 % auf alle in die Vereinigten Staaten eingeführten Waren. Am folgenden Tag, am Samstag, erhöhte er den Satz auf 15 %.

Da Trump am Wochenende den Einsatz (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne) erhöht hat, könnte die Volatilität zu Beginn der Woche zunehmen – vermutlich nicht zugunsten der US‑Währung.

Ebenfalls am Montag werden in Deutschland die IFO-Indizes veröffentlicht. Hier werden positive Tendenzen erwartet. Nach vorläufigen Prognosen soll sich das Geschäftsklima in diesem Monat auf 88,4 Punkte verbessern (der höchste Wert seit Oktober letzten Jahres), nachdem es zwei Monate lang bei 87,6 gelegen hatte. Die aktuelle Lageeinschätzung des IFO soll auf 86,1 Punkte steigen (der höchste Stand seit August), während der Indikator für die Geschäftserwartungen auf 90,5 Punkte zulegen dürfte (nach zuvor 89,5).

Sollten die IFO-Daten im Rahmen der Prognosen oder im grünen Bereich liegen, würden sie das positive fundamentale Bild für den Euro ergänzen – vor dem Hintergrund der starken PMI-Daten, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Zur Erinnerung: Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex (PMI) für Deutschland lag im Februar bei 53,1 (Prognose 52,2, zuvor 52,1), der Industrie‑PMI sprang auf 50,7 (und überschritt damit erstmals seit Langem die Marke von 50 Punkten), und der Dienstleistungsindex stieg auf 53,4. Damit befanden sich alle drei Indikatoren im Expansionsbereich. Starke IFO-Indizes können dem Euro zusätzliche Unterstützung bieten.

Dienstag

Die wichtigste Veröffentlichung am Dienstag ist der Consumer Confidence Index der Conference Board, der auf einer Umfrage zur Einschätzung der Haushalte bezüglich der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der zukünftigen Aussichten basiert. Im Januar ist dieser Index unerwartet und recht deutlich auf 84,5 gefallen. Das ist ein 12‑Jahres‑Tief – der niedrigste Stand seit Mai 2014. Laut Prognosen soll sich der Index im Februar leicht auf 88,2 verbessern. Fällt er jedoch entgegen den Erwartungen unter das Januar‑Niveau, dürfte der Dollar erheblich unter Druck geraten, insbesondere vor dem Hintergrund des schwachen US‑BIP‑Wachstums im vierten Quartal des vergangenen Jahres (1,4 % gegenüber einer Prognose von 3,0 %).

Ebenfalls am Dienstag werden zahlreiche Mitglieder der Fed ihre Positionen darlegen: die Präsidentin der Boston Fed Susan Collins, der Präsident der Chicago Fed Austan Goolsbee, der Präsident der Atlanta Fed Raphael Bostic, der Präsident der Richmond Fed Thomas Barkin sowie die Mitglieder des Fed Board Christopher Waller und Lisa Cook.

Ihre Rhetorik könnte die Waage zugunsten oder zulasten des Dollars ausschlagen lassen. Sollten die meisten Fed‑Vertreter ihre Besorgnis über Inflationsrisiken äußern (vor dem Hintergrund der Beschleunigung des Kern‑PCE‑Index auf 3,0 % im Dezember), würden die dovishen Erwartungen nachlassen, und der Greenback dürfte wieder verstärkt nachgefragt werden. Konzentrieren sich die Mitglieder hingegen auf die schwachen Daten zum Wachstum der US‑Wirtschaft (vor dem Hintergrund einer Verlangsamung der Verbraucherpreisinflation im Januar, sowohl insgesamt als auch Kernrate), gerät der Dollar zusätzlich unter Druck.

Mittwoch

Am Mittwoch wird die endgültige Schätzung der Inflationsentwicklung in der Eurozone veröffentlicht. Den Prognosen zufolge wird die endgültige Schätzung mit der vorläufigen übereinstimmen (Verlangsamung der Gesamt‑CPI auf 1,7 % und der Kern‑CPI auf 2,2 %). Auf EUR/USD wird die Veröffentlichung nur dann Einfluss nehmen, wenn das tatsächliche Ergebnis von den genannten Werten abweicht.

Einen gewissen Einfluss auf das Währungspaar könnte auch der GfK‑Konsumklimaindex in Deutschland haben. Dieser Indikator befindet sich seit Langem im negativen Bereich, verzeichnete im vergangenen Monat jedoch einen „Anstieg“ auf –24,1. Für diesen Monat wird eine weitere Verbesserung auf –23,1 erwartet. Sollte der Index in den grünen Bereich drehen, würde er das positive fundamentale Bild für den Euro abrunden – insbesondere, wenn die oben genannten IFO‑Indizes ebenfalls die Erwartungen übertreffen.

In der US‑Handelssitzung am Mittwoch werden zwei Vertreter der Federal Reserve sprechen: der Präsident der Kansas City Fed Jeffrey Schmid und der Präsident der St. Louis Fed Alberto Musalem. Der Ton ihrer Ausführungen wird sich entsprechend auf das Währungspaar EUR/USD auswirken.

Donnerstag

Während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag wird eine Rede der EZB‑Präsidentin Christine Lagarde erwartet. Zur Erinnerung: In der vergangenen Woche berichteten Medien, sie werde ihr Amt vorzeitig niederlegen, um es den aktuellen Regierungschefs Deutschlands und Frankreichs zu ermöglichen, sich noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen (angesetzt für April 2027) auf eine(n) Nachfolger(in) zu einigen. Die Europäische Zentralbank hat diese Informationen weder bestätigt noch dementiert und erklärt, ihre Präsidentin sei „auf aktuelle Themen fokussiert“. Sollte Lagarde in ihrer Rede allerdings auf einen vorzeitigen Rücktritt anspielen, könnte der Euro unter Druck geraten.

Der wichtigste makroökonomische Bericht am Donnerstag werden die Unemployment Claims sein. In der vergangenen Woche ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung erneut deutlich auf 206.000 gesunken, nachdem sie zwei Wochen lang um 230.000 geschwankt hatte. Für die aktuelle Woche wird ein leichter Anstieg auf 211.000 erwartet. Ein weiterer Rückgang würde die US‑Währung stützen.

Ebenfalls am Donnerstag wird eine Rede der stellvertretenden Fed‑Vorsitzenden Michelle Bowman erwartet, die sich konstant in einem eher „dovishen“ Ton äußert. So zeigte sie sich beispielsweise in der vergangenen Woche besorgt über die Lage am US‑Arbeitsmarkt und sprach sich für eine weitere Lockerung der Geldpolitik aus. Vor diesem Hintergrund werden ihre Kommentare zur Entwicklung des US‑BIP und des Kern‑PCE‑Index von besonderem Interesse sein.

Freitag

Die wichtigste Veröffentlichung am Freitag (und der gesamten Woche) ist der US‑Erzeugerpreisindex (PPI). Vor dem Hintergrund einer sich verlangsamenden CPI und einer anziehenden PCE könnte dieser Inflationsindikator eine bedeutende Rolle spielen und die Waage zugunsten oder zulasten der US‑Währung kippen. Nach vorläufigen Prognosen soll sich der Gesamt‑PPI im Jahresvergleich leicht auf 2,9 % abschwächen, nach zuvor 3,0 %. Der Kernindex dürfte im Januar auf dem Dezember‑Niveau von 3,3 % verharren. Ein „grünes“ Ergebnis dieser Veröffentlichung würde dem Greenback deutliche Unterstützung bieten.

Zusätzlich werden am Freitag vorläufige Daten zum Inflationsanstieg in Deutschland für Februar veröffentlicht. Der Gesamtverbraucherpreisindex dürfte im Jahresvergleich auf 2,0 % zurückgehen (nach einem Anstieg auf 2,1 % im Januar). Der harmonisierte Index (EU Harmonised) soll auf dem Vormonatsniveau von 2,1 % bleiben. Dieser Bericht fungiert gewissermaßen als „Barometer“ vor der Veröffentlichung der gesamt­europäischen Daten und könnte bei der EUR/USD‑Notierung für Volatilität sorgen, insbesondere wenn die Ergebnisse in den grünen/roten Bereich fallen.

Auch die Geopolitik wird bei der Preisbildung von EUR/USD eine Rolle spielen. Im Fokus steht Iran, insbesondere da Berichte auf widersprüchliche Pläne Washingtons in der „Iran‑Frage“ hindeuten. Laut Bloomberg hat die US‑Regierung in den Verhandlungen mit Iran zur Urananreicherung nachgegeben und die Forderung nach deren Einstellung fallen gelassen. Damit seien die Parteien nur noch einen Schritt von einem Abkommen entfernt. Gleichzeitig berichten andere Medien (insbesondere die deutsche Zeitung BILD), die Vereinigten Staaten könnten Iran in den nächsten Tagen militärisch angreifen. Unbestätigten Meldungen zufolge könnte der Angriff „am Montag oder Dienstag“ erfolgen.

Setzt sich die Diplomatie durch, könnte das Interesse der Märkte an Risikoanlagen – und damit auch an der europäischen Währung – zunehmen. Sollten jedoch „die Waffen sprechen“, könnte es zu heftigen Turbulenzen an den Märkten kommen – insbesondere beim Währungspaar EUR/USD, wo die Nachfrage nach dem Dollar als sicherem Hafen steigen dürfte.

Aus technischer Sicht befindet sich das Währungspaar im Tageschart zwischen der mittleren und der unteren Linie der Bollinger Bands, unterhalb der Tenkan‑sen‑ und Kijun‑sen‑Linien, aber oberhalb der Kumo‑Wolke. Im 4‑Stunden‑Chart liegt es zwischen den Kijun‑sen‑ und Tenkan‑sen‑Linien und unterhalb der Kumo‑Wolke. Leider gibt es keine klaren technischen Signale. Die Unsicherheit für das Paar hält sowohl technisch als auch fundamental an.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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