Der Goldpreis ist heute gestiegen, da die zunehmende Unsicherheit in Bezug auf die US-Handelspolitik die Märkte destabilisierte und den Dollar schwächte.

Während des asiatischen Handels sprang der Preis des Edelmetalls um 1,4 % auf fast 5.180 US‑Dollar je Feinunze, nachdem Präsident Donald Trump am vergangenen Samstag angekündigt hatte, einen weltweiten Zoll von 15 % zu verhängen, um zuvor ergriffene Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Zur Erinnerung: Am Vortag hatte der Oberste Gerichtshof entschieden, dass er seine Notstandsbefugnisse nicht zur Einführung von Zöllen nutzen darf.
Diese Erklärung löste bei Anlegern Besorgnis aus, da sie eine Eskalation der Handelskonflikte und deren negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft befürchten. Gold, traditionell als sicherer Hafen angesehen, profitierte von dieser Situation, da Investoren nach sicheren Anlagemöglichkeiten für ihr Kapital suchten. Die Schwächung des US‑Dollars wirkte zusätzlich zugunsten von Gold, da das Edelmetall für Käufer mit anderen Währungen attraktiver wurde.
Die weitere Kursentwicklung von Gold wird von den Fortschritten im Handelsstreit abhängen. Sollten sich die Spannungen weiter verschärfen, dürfte Gold tendenziell weiter steigen. Kommt es jedoch zu Vereinbarungen, ist mit einer Abwärtskorrektur der Preise zu rechnen.
Offensichtlich hat die Entscheidung des Gerichts Zweifel an den von den USA mit wichtigen Handelspartnern geschlossenen Abkommen geweckt und die Unsicherheit an die Märkte zurückgebracht. Der Vorsitzende des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments erklärte, er werde vorschlagen, die Ratifizierung des Abkommens mit Washington zu verschieben, bis mehr Klarheit herrsche, während indische Regierungsvertreter ebenfalls angekündigt haben, eine Reise in die USA zu vertagen. Ein Mitglied der regierenden Partei in Japan bezeichnete die Situation als ein einziges Chaos.
Es ist bemerkenswert, dass der Anstieg des Goldpreises dem Edelmetall geholfen hat, sich von dem plötzlichen Einbruch zu erholen, der zu Beginn des Monats die Notierungen von ihren historischen Höchstständen zurückgeworfen hatte. Der aktuelle Anstieg wird dadurch gestützt, dass viele langfristige Faktoren, die dieses Gut begünstigen – darunter verschärfte geopolitische Spannungen und die Zurückhaltung der Anleger gegenüber Staatsanleihen und Währungen – unverändert bestehen.
Die Stärke von Gold bei zugleich reduzierten Positionen der Hedgefonds deutet auf weiteres Wachstumspotenzial hin. Daten der Commodity Futures Trading Commission zeigen, dass die Netto-Long-Position in Gold-Futures auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr gefallen ist.

Beachten Sie, dass die Lage im Nahen Osten weiterhin angespannt bleibt, da Händler das Kräftemessen zwischen Washington und Teheran beobachten. Während die beiden Länder über ein mögliches Abkommen zum iranischen Atomprogramm verhandeln, haben die USA massive Militärkräfte in der Region konzentriert, was Sorgen über mögliche lokale Angriffe oder sogar einen umfassenden Konflikt schürt.
Aktuelles technisches Bild für Gold:
Für Käufer muss der nächste Widerstand bei 5.223 $ überwunden werden. Dadurch eröffnet sich das Ziel bei 5.317 $, oberhalb dessen ein Durchbruch bereits recht schwierig sein dürfte. Das weiteste Ziel liegt im Bereich von 5.416 $. Kommt es zu einem Rückgang beim Goldpreis, werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 5.137 $ zu übernehmen. Gelingt ihnen das, würde ein Ausbruch aus dieser Spanne die Positionen der Bullen erheblich schwächen und Gold auf ein Tief von 5.051 $ drücken, mit der Perspektive eines weiteren Rückgangs bis auf 4.975 $.
