Der US-Dollar konnte gestern gegenüber Risikoanlagen wieder etwas Boden gutmachen. Die erfreulichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung in den USA, die die Widerstandsfähigkeit des amerikanischen Arbeitsmarktes belegen, wirkten zusammen mit der Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China deutlich auf die Devisenmärkte. Diese Kombination von Faktoren führte zu einer moderaten Aufwertung des US-Dollars, da sich die Händler in Zeiten erhöhter Unsicherheit erneut der „sicheren Hafen“-Währung zuwandten.
Der Rückgang der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigt, dass die US-Wirtschaft trotz möglicher Abschwächungen in anderen Bereichen robust bleibt. Dies stärkt das Vertrauen in den Dollar als verlässliche Währung, insbesondere da andere Wirtschaftsregionen mit Herausforderungen konfrontiert sind. Gleichzeitig hat die Verschärfung der Handelsstreitigkeiten zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – den USA und China – neue Sorgen um das globale Wirtschaftswachstum ausgelöst. Handelskriege, Zölle und Gegenmaßnahmen schaffen Unsicherheit, was traditionell die Nachfrage nach weniger riskanten Anlagen wie dem US-Dollar erhöht.
Für den heutigen Handelstag an den europäischen Märkten wird ein reges Geschehen erwartet, da die Marktteilnehmer eine Reihe von Makrodaten aus führenden Volkswirtschaften der Eurozone verarbeiten müssen. Im Fokus steht Frankreich mit der Veröffentlichung seines BIP-Berichts. Veränderungen dieses zentralen Indikators dienen als Barometer für die gesamtwirtschaftliche Aktivität des Landes und können auf Wachstumsraten oder eine Abschwächung hinweisen. Parallel zu den BIP-Daten wird zudem die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex erwartet, der das Inflationsniveau widerspiegelt.
Ebenso bedeutsam sind die Daten aus Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Eurozone. Die Zahlen zur Arbeitslosenquote werden erneut Aufschluss über den Zustand des deutschen Arbeitsmarktes geben, der zu den wichtigsten Wachstumstreibern zählt. Gleichzeitig wird auch der erwartete Verbraucherpreisindex in Deutschland genau unter die Lupe genommen. Angesichts der Schlüsselrolle Deutschlands in der Struktur der Eurozone werden diese Daten nicht nur direkte Auswirkungen auf den Euro haben.
Beim britischen Pfund wird die heutige Handelssitzung in der ersten Tageshälfte von einer erhöhten Aufmerksamkeit für die Auftritte der Währungshüter geprägt sein, insbesondere für die Rede von Huw Pill, Mitglied des Monetary Policy Committee der Bank of England. Seine Ausführungen dürften sich vor allem auf mögliche Szenarien für Zinssenkungen im Vereinigten Königreich konzentrieren. Diese Stellungnahme ist für Marktteilnehmer von besonderer Bedeutung, da sie Druck auf das britische Pfund ausüben könnte.
Sollten die Daten mit den Erwartungen der Ökonomen übereinstimmen, empfiehlt es sich, nach der Mean-Reversion-Strategie zu agieren. Weichen die Daten hingegen deutlich von den Prognosen der Ökonomen ab, ist die Momentum-Strategie der bevorzugte Ansatz.
Momentum-Strategie (auf Ausbruch):
Für das Währungspaar EUR/USD
- Long-Positionen bei einem Ausbruch über das Niveau von 1,1830 können zu einem Anstieg des Euro auf die Marken von 1,1850 und 1,1867 führen;
- Short-Positionen bei einem Ausbruch unter das Niveau von 1,1800 können zu einem Rückgang des Euro auf die Marken von 1,1788 und 1,1767 führen;
Für das Währungspaar GBP/USD
- Long-Positionen bei einem Ausbruch über das Niveau von 1,3500 können zu einem Anstieg des Pfunds auf die Marken von 1,3525 und 1,3555 führen;
- Short-Positionen bei einem Ausbruch unter das Niveau von 1,3475 können zu einem Rückgang des Pfunds auf die Marken von 1,3460 und 1,3430 führen;
Für das Währungspaar USD/JPY
- Long-Positionen bei einem Ausbruch über das Niveau von 155,95 können zu einem Anstieg des Dollars auf die Marken von 156,30 und 156,73 führen;
- Short-Positionen bei einem Ausbruch unter das Niveau von 155,60 können zu einem Rückgang des Dollars auf die Marken von 155,20 und 154,95 führen;
Mean-Reversion-Strategie (auf Rücklauf):

Für das Währungspaar EUR/USD
- Short-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch über 1,1819 gesucht, sobald der Kurs wieder unter dieses Niveau zurückkehrt;
- Long-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch unter 1,1791 gesucht, sobald der Kurs wieder auf dieses Niveau zurückkehrt;

Für das Währungspaar GBP/USD
- Short-Positionen werden nach einem Fehlausbruch über 1,3505 gesucht, wenn der Kurs wieder unter dieses Niveau fällt;
- Long-Positionen werden nach einem Fehlausbruch unter 1,3472 gesucht, wenn der Kurs zu diesem Niveau zurückkehrt;

Für das Währungspaar AUD/USD
- Short-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch über 0,7147 bei einer Rückkehr unter dieses Niveau gesucht;
- Long-Positionen werden nach einem gescheiterten Ausbruch unter 0,7116 bei einer Rückkehr auf dieses Niveau gesucht;

Für das Währungspaar USD/CAD
- Short-Positionen werden nach einem fehlgeschlagenen Ausbruch über 1,3675 bei einer Rückkehr unter dieses Niveau gesucht;
- Long-Positionen werden nach einem fehlgeschlagenen Ausbruch unter 1,3653 bei einer Rückkehr zu diesem Niveau gesucht;
