
Nachdem die Woche und der Monat mit einem starken Rückgang zur Markteröffnung begonnen haben, treten die Märkte in eine neue Phase hoher Volatilität ein, in der traditionelle Risk-off-Ströme mit der Unsicherheit über die Geldpolitik und die Unternehmensausblicke kollidieren. Das geopolitische Risiko dominiert, und die kommenden Tage könnten entscheidend sein: Eine Eskalation könnte zu einer tieferen Korrektur führen, wie wir in unserer Fundamentalanalyse und in der Besprechung "DJIA: geopolitical shock and turbulence at the start of the week." angedeutet haben.

In diesem Fall könnte ein Bruch der lokalen Unterstützung bei 48.400,0 und anschließend des heutigen Tagestiefs bei 48.108,0 weitere Rückgänge in Richtung der wichtigen mittelfristigen Unterstützungszone bei 47.480,0 (EMA144 im Tageschart) auslösen. Ein stärkerer Rückgang würde auf eine deutliche Verschlechterung der Lage im Nahen Osten hindeuten und den Index in Richtung der Unterstützungszone von 47.000,0–46.700,0 (EMA200 im Tageschart) drücken. Ein Bruch der zentralen Unterstützung bei 46.250,0 (EMA50 und Mittellinie des steigenden Kanals im wöchentlichen INDU-Chart) würde den Übergang des DJIA in einen mittelfristigen Bärenmarkt bestätigen, mit Risiken eines Rückgangs bis zur Untergrenze dieses Kanals und zu den langfristigen Unterstützungsniveaus bei 42.000,0 (EMA144 im Wochenchart) und 40.250,0 (EMA200 im Wochenchart), welche den langfristigen Bullenmarkt des DJIA von einer Bärenphase trennen.

Es ist nicht nötig, lange nach Belegen dafür zu suchen, dass solche Blow-offs und Blasencrashs im Aktienmarkt in regelmäßigen Abständen auftreten: Man braucht nur die Dynamik des DJIA im Februar–März 2025 zu betrachten, also genau vor einem Jahr, als der Kurs innerhalb von 10–11 Wochen von einem lokalen Hoch auf ein lokales Tief um 23 % fiel.
Im bullischen Szenario erfolgt von den aktuellen Niveaus und vom heutigen lokalen Tief aus ein technischer Rebound, den wir im Vorfeld der US-Handelssitzung tatsächlich bereits beobachten.

Der Beginn von Verhandlungen kann, wie bereits erwähnt, die geopolitische Prämie verringern und zu einer technischen Gegenbewegung auf 49.500,0–49.700,0 (lokale Widerstandszone) führen. Ein Ausbruch über das heutige Tageshoch bei 48.665,0 und eine anschließende Aufwärtsbewegung, die das Gap schließt, könnten als bestätigendes Signal dienen.
Im Basisszenario rechnen wir mit einer Wiederaufnahme des Aufwärtstrends und weiteren Rekordhochs oberhalb von 50.490,0, allerdings nur bei einer deutlichen Deeskalation des Konflikts um den Iran und dovishen Signalen von der Fed.
- Unterstützungsniveaus: 48.400,0, 48.200,0, 48.000,0, 47.480,0, 47.000,0, 46.700,0, 46.250,0, 46.000,0
- Widerstandsniveaus: 48.665,0, 48.950,0, 49.000,0, 49.190,0, 49.670,0, 49.700,0, 50.000,0, 50.200,0, 50.490,0, 51.000,0
- Aufwärtsziele: 48.665,0, 48.950,0, 49.000,0, 49.190,0, 49.670,0, 49.700,0, 50.000,0, 50.200,0, 50.490,0, 51.000,0, 52.000,0
- Abwärtsziele: 48.200,0, 48.000,0, 47.480,0, 47.000,0, 46.700,0, 46.250,0, 46.000,0, 45.000,0, 42.000,0, 41.000,0
*) Hier entsprechen die Zielmarken den Unterstützungs- bzw. Widerstandsniveaus. Das bedeutet nicht, dass sie zwangsläufig erreicht werden, aber sie können als Orientierungspunkte bei der Planung und Platzierung von Trades dienen.
