Das Währungspaar EUR/USD setzte seine Aufwärtsbewegung am Freitag fort, nachdem es sich oberhalb des 76,4%-Fibonacci-Levels bei 1,1696 stabilisiert hatte. In der Nacht zu Montag fiel der Euro jedoch kurzzeitig wieder unter 1,1696 zurück, sodass der Handel heute erneut um dieses Niveau herum ausgerichtet werden kann. Ein erneuter Abprall von 1,1696 würde den US-Dollar begünstigen und auf einen erneuten Rückgang in Richtung des 100,0%-Fibonacci-Levels bei 1,1577 hindeuten. Ein Ausbruch und eine anschließende Konsolidierung oberhalb von 1,1696 würde es den Händlern hingegen ermöglichen, mit einer weiteren Aufwärtsbewegung in Richtung des 61,8%-Levels bei 1,1770 zu rechnen.

Die Wellenstruktur im Stundenchart ist recht komplex geworden, beginnt sich nun aber zu klären. Die jüngsten Meldungen über einen zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen Iran und den USA haben die Bullen unterstützt und ihnen ermöglicht, eine neue Aufwärtswelle auszubilden. Das Bild erinnert jetzt an den Beginn eines neuen Aufwärtstrends. Allerdings hat sich die geopolitische Lage am Wochenende wieder eingetrübt, was es den Bullen deutlich schwerer macht, ihren Vorstoß im Vergleich zur Vorwoche fortzusetzen.
Am Freitag war der Nachrichtenfluss für alle interessant – außer für die Trader selbst. Wichtige US-Daten zu Inflation und Verbrauchervertrauen wurden weitgehend ignoriert oder führten zumindest nicht zu einer spürbaren Marktreaktion. Am Wochenende fanden jedoch direkte Verhandlungen zwischen Iran und den USA statt, die wie erwartet endeten – beide Seiten weigerten sich, die Forderungen der jeweils anderen Seite zu akzeptieren. Ein Friedensabkommen wurde nicht unterzeichnet.
Vertreter beider Delegationen ließen erkennen, dass die Gespräche in Zukunft fortgesetzt werden könnten, doch Donald Trump hatte offensichtlich nicht mit einem solchen Ausgang gerechnet. Zunächst erklärte der US-Präsident, er sei über die Gespräche nicht beunruhigt, da die USA ohnehin bereits gewonnen hätten. Anschließend entschied Trump, die Straße von Hormus zu blockieren – ja, jene Meerenge, die Iran bereits blockiert hat. Nun beabsichtigt auch Washington, sie zu sperren, um zu verhindern, dass iranisches Öl auf die Weltmärkte gelangt. Es ist schwer zu sagen, wer davon profitiert. Trumps Ziel ist klar, doch es ist fraglich, ob solche Maßnahmen Iran dazu bringen werden, die US-Ultimaten zu akzeptieren.

Im 4-Stunden-Chart ist das Währungspaar bis zum 61,8%-Fibonacci-Niveau bei 1,1706 gestiegen. Ein Rückprall von diesem Niveau würde den US-Dollar begünstigen und einen Rückgang in Richtung des 76,4%-Niveaus bei 1,1617 unterstützen. Ein Ausbruch über 1,1706 würde den Weg für einen weiteren Anstieg in Richtung 1,1778 und 1,1849 ebnen. Den Bullen ist es gelungen, aus dem fallenden Trendkanal auszubrechen, doch die geopolitischen Entwicklungen am Wochenende haben erneut den Bären in die Karten gespielt. Eine bärische Divergenz in den Indikatoren CCI und RSI ermöglicht es den Bären, zu Wochenbeginn die Initiative zu ergreifen.
Commitments of Traders (COT)-Report:

In der vergangenen Berichtswoche eröffneten professionelle Trader 778 Long-Positionen und 8.826 Short-Positionen. In den letzten sieben Wochen ist der gesamte Vorteil der Bullen vollständig verschwunden. Die Gesamtzahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen liegt nun bei 201.000, während die Short-Positionen 208.000 betragen. Noch vor zwei Monaten hatten die Bullen bei den nichtkommerziellen Marktteilnehmern mehr als einen doppelt so großen Vorteil.
Langfristig zeigen die großen Marktteilnehmer weiterhin starkes Interesse am Euro. Allerdings beeinflussen globale Ereignisse – von denen es in den vergangenen Jahren viele gab – die Anlegerstimmung weiter. Derzeit bleibt die Aufmerksamkeit des Marktes vor allem auf den Nahen Osten gerichtet, wo kein Ende des Konflikts in Sicht ist. Daher werden sich die Wechselkurse von Euro und US-Dollar kurzfristig weniger an der Geldpolitik der Federal Reserve oder der EZB und an Konjunkturdaten orientieren, sondern stärker an den Entwicklungen im Iran. Der US-Dollar könnte von diesen Ereignissen erneut profitieren.
Terminkalender für die USA und die Eurozone:
- USA – Verkäufe bestehender Häuser (14:00 UTC)
Am 13. April enthält der Wirtschaftskalender nur einen geringfügigen Eintrag, ohne wichtige Veröffentlichungen. Der Nachrichtenhintergrund dürfte die Marktstimmung am Montag kaum beeinflussen.
EUR/USD-Prognose und Trading-Tipps:
Verkaufspositionen sind heute möglich, wenn das Paar auf dem Stundenchart von 1,1696 nach unten abprallt, mit Ziel 1,1577. Kaufpositionen werden nach einem bestätigten Ausbruch über 1,1696 empfohlen, mit Ziel 1,1770.
Die Fibonacci-Level werden auf dem Stundenchart von 1,1577–1,2082 und auf dem 4-Stunden-Chart von 1,1474–1,2082 eingezeichnet.
