
Derzeit drehen sich alle Diskussionen an den globalen Märkten um ein Thema – die Blockade der Straße von Hormus. Genauer gesagt nicht um die von Iran als Reaktion auf die amerikanische Aggression eingeleitete Blockade, sondern um eine mögliche Blockade, die Donald Trump verhängen könnte, um die finanziellen Zuflüsse aus Irans Ölexporten zu begrenzen. Wozu könnte eine neue Blockade führen? Wie wir in früheren Analysen bereits besprochen haben, könnte sie zu einem noch stärkeren Ölengpass und zu einem deutlichen Anstieg der Preise auf breiter Front führen.
Ein Experte aus dem Energiesektor ist der Ansicht, dass der Preis für Brent-Rohöl auf 140–150 US-Dollar pro Barrel in die Höhe schnellen könnte, falls die USA tatsächlich dazu übergehen, alle Tanker in der Straße von Hormus zu blockieren. Am Montag sprang der Brent-Preis auf 100 US-Dollar, bewegte sich jedoch den ganzen Tag über relativ stabil unter dieser psychologisch wichtigen Marke. Angesichts des Ausmaßes und der potenziellen Folgen der Energiekrise sind 100 US-Dollar je Barrel noch nicht allzu dramatisch. Vor dem Krieg im Iran notierte Brent zwei Jahre lang in einer Spanne von 60–80 US-Dollar. Das Szenario eines Anstiegs auf 140–150 US-Dollar ist als pessimistisch zu bezeichnen, und der Markt glaubt bislang noch nicht an eine Blockade der ohnehin stark belasteten Meerenge durch die US-Marine. Das erklärt auch den vergleichsweise verhaltenen Anstieg der Ölpreise am Montag.
Experten betonen zudem, dass eine US-Blockade der Meerenge blanker Wahnsinn wäre. Amerika ist zu sehr auf Iran fixiert und verliert aus den Augen, welchen Schaden es der Welt zufügt. Ich möchte daran erinnern, dass die USA unter Trump auf die eine oder andere Weise nahezu jedem Land Probleme bereitet haben. Auf der globalen politischen Landkarte hat Washington praktisch keine Freunde mehr, und die Verbündeten sind gezwungen, ihre Rolle ausschließlich auf Grundlage bereits zuvor unterzeichneter Abkommen zu spielen. Mit anderen Worten: Die NATO-Partner sind gezwungen, Verbündete der USA zu bleiben. Sollte Trump sich jedoch zu einem Austritt aus der NATO entschließen, scheint es, als wäre Europa darüber nicht allzu betrübt.

Übrigens sind die Ölpreise in Europa bereits auf 150 US‑Dollar pro Barrel gestiegen. So erreichte der Preis für Forties-Rohöl, das in der Nordsee gefördert wird, am Montag im Handel 149 US‑Dollar pro Barrel für sofortige Lieferung. Einfach ausgedrückt: Öl-Futures liegen deutlich hinter den realen Preisen zurück, wenn man Öl hier und jetzt kaufen möchte. Eine US‑Blockade der Straße von Hormus würde die Preise für Futures wie auch für physisches Öl zweifellos noch weiter in die Höhe treiben.
Wellenbild für EUR/USD:
Auf Grundlage der Analyse von EUR/USD komme ich zu dem Schluss, dass sich das Instrument weiterhin in einem aufwärtsgerichteten Trendabschnitt befindet (unteres Bild), sich kurzfristig jedoch in einer Korrekturstruktur bewegt. Das korrektive Wellenmuster wirkt weitgehend abgeschlossen und könnte nur dann eine komplexere, verlängerte Form annehmen, wenn es zu einem dauerhaften Waffenstillstand zwischen Iran, den USA, Israel und ALLEN anderen Ländern im Nahen Osten kommt. Andernfalls gehe ich davon aus, dass sich von den aktuellen Niveaus aus ein neues abwärtsgerichtetes Wellenmuster ausbilden kann.
Wellenbild für GBP/USD:
Das Wellenbild des GBP/USD-Instruments ist mit der Zeit klarer geworden, wie von mir erwartet. Auf den Charts sehen wir nun eine deutliche fünfwellige Abwärtsstruktur mit einer Extension in der dritten Welle. Falls dies tatsächlich der Fall ist und die Geopolitik in naher Zukunft keinen neuen Einbruch des Instruments auslöst, können wir mit der Ausbildung einer mindestens dreiwelligen Korrekturstruktur rechnen, innerhalb derer das Pfund auf Niveaus von 1,3511 und 1,3594 steigen könnte, was den Fibonacci-Niveaus von 50,0 % und 61,8 % entspricht. Kommt es schließlich zu einem Waffenstillstand, könnte sich der korrektive Trendabschnitt in einen impulsiven verwandeln.
Grundprinzipien meiner Analyse:
- Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln; sie signalisieren häufig Veränderungen.
- Bei Unsicherheit im Markt ist es besser, nicht einzusteigen.
- Es gibt keine 100%ige Sicherheit in Bezug auf die Bewegungsrichtung, und das wird es auch nie geben. Vergessen Sie nicht, Schutz‑Stop‑Loss‑Orders zu setzen.
- Wellenanalyse lässt sich mit anderen Analyseformen und Handelsstrategien kombinieren.

