Analyse makroökonomischer Berichte:

Für Donnerstag, den 21. Mai, sind mehrere makroökonomische Berichte terminiert. Die Relevanz dieser Vielzahl von Veröffentlichungen dürfte jedoch gering sein. Zur Erinnerung: Bereits in dieser Woche hat der Markt wichtige britische Daten zu Inflation und Arbeitslosigkeit weitgehend ignoriert, sodass auch die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungs- und den verarbeitenden Sektor für Deutschland, die Eurozone, das Vereinigte Königreich und die USA für den Mai leicht unbeachtet bleiben könnten. Der Markt konzentriert sich weiterhin ausschließlich auf geopolitische Nachrichten. Zusätzlich werden in den USA Daten zu Baugenehmigungen und Baubeginnen veröffentlicht, doch diese Veröffentlichungen haben noch geringere Chancen, den Markt zu beeinflussen.
Analyse der fundamentalen Ereignisse:

Unter den wichtigen Ereignissen am Donnerstag stechen die Reden von Vertretern der Bank of England (Taylor) und der Europäischen Zentralbank (Elderson) hervor. Die Markterwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Federal Reserve sind zuletzt deutlich „hawkisher“ geworden, doch geht es derzeit im Wesentlichen nur darum, ob es gegen Jahresende eine weitere Straffungsmaßnahme geben wird. Die Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik der BoE haben sich hingegen vollständig gedreht. Zuvor war der Markt von einer Zinserhöhung im Juni überzeugt, doch nach dem Inflationsbericht für April gilt es nun als sicher, dass der Zinssatz im nächsten Monat unverändert bleibt. Damit könnte die EZB ihre Geldpolitik in relativer Isolation straffen. Dies hilft dem Euro derzeit überhaupt nicht.
Der geopolitische Hintergrund hat sich in dieser Woche etwas aufgehellt, doch sollte man nicht vergessen, dass jederzeit neue pessimistische Nachrichten auftauchen können. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran scheinen wieder aufgenommen worden zu sein und sind nach Angaben des US-Präsidenten „sehr erfolgreich“. Allerdings ist zu beachten, dass Trump bereits früher von Durchbrüchen in Verhandlungen gesprochen hat. Das hindert ihn nicht daran, Iran bereits am nächsten Tag erneut mit Raketenangriffen zu drohen. Aus Iran liegen keine Bestätigungen diplomatischer Erfolge vor. Im Gegenteil: Am Dienstag erklärte das offizielle Teheran, dass sich ein Krieg im Falle neuer Angriffe auf Iran über den Nahen Osten hinaus ausweiten und global werden würde.
Allgemeine Schlussfolgerungen:
Am vorletzten Handelstag der Woche könnten sich beide Währungspaare eher träge bewegen, doch jede geopolitische Meldung kann einen neuen Sturm am Markt auslösen. Der Euro kann heute aus den Bereichen 1,1584–1,1591 und 1,1655–1,1666 gehandelt werden, während das Pfund Sterling aus den Bereichen 1,3380–1,3386 und 1,3456–1,3476 gehandelt werden kann. Die Geopolitik bleibt ein entscheidender Einflussfaktor am Devisenmarkt.
Hauptrichtlinien des Handelssystems:
- Die Stärke eines Signals wird durch die Zeit bestimmt, die zu seiner Ausbildung (Abprall oder Durchbruch des Niveaus) benötigt wurde. Je weniger Zeit dafür nötig war, desto stärker ist das Signal.
- Wurden in der Nähe eines Niveaus zwei oder mehr Trades auf Basis von Fehlsignalen eröffnet, sollten alle nachfolgenden Signale von diesem Niveau ignoriert werden.
- In einer Seitwärtsphase kann jedes Währungspaar viele Fehlsignale oder auch gar keine erzeugen. Technische Niveaus können in solchen Phasen ignoriert werden.
- Auf dem Stunden-Chart ist es vorzuziehen, Signale des MACD-Indikators nur bei guter Volatilität und in einem Trend zu handeln, der durch eine Trendlinie oder einen Trendkanal bestätigt ist.
- Befinden sich zwei Niveaus zu dicht beieinander (5–20 Pips Abstand), sollten sie als Unterstützungs- oder Widerstandszone betrachtet werden.
- Nach einer Bewegung von 15 Pips in die richtige Richtung sollte der Stop-Loss auf Break-even nachgezogen werden.
Was auf den Charts zu sehen ist:
Preisniveaus (Bereiche) von Unterstützung und Widerstand – Niveaus, die als Kursziele bei Eröffnung von Käufen oder Verkäufen dienen oder als Signalquellen fungieren.
Rote Linien – Kanäle oder Trendlinien, die den aktuellen Trend anzeigen und darauf hinweisen, in welche Richtung der Handel derzeit zu bevorzugen ist.
MACD-Indikator (14, 22, 3) – Histogramm und Signallinie – ein unterstützender Indikator, der ebenfalls als Signalquelle genutzt werden kann.
Wichtige Reden und Veröffentlichungen (im Wirtschaftskalender aufgeführt) können die Bewegung eines Währungspaares erheblich beeinflussen. Daher sollte während ihrer Veröffentlichung so vorsichtig wie möglich gehandelt werden, oder man verlässt den Markt, um einen scharfen Kursumschwung gegen die vorherige Bewegung zu vermeiden.
Anfänger im Forex-Handel sollten bedenken, dass nicht jeder Trade profitabel sein kann. Die Entwicklung einer klaren Strategie und eines soliden Money-Managements ist der Schlüssel zu langfristigem Handelserfolg.
