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FX.co ★ Die Wirtschaft ist noch nicht zusammengebrochen, aber sie bekommt Risse

Die Wirtschaft ist noch nicht zusammengebrochen, aber sie bekommt Risse

Trotz der deutlichen Aufwertung des US-Dollar gestern stand diese nicht im Zusammenhang mit US-Konjunkturdaten, die sich als recht uneinheitlich erwiesen haben – positiven Signalen vom Immobilienmarkt und der Handelsbilanz steht ein besorgniserregender Rückgang der Stimmung unter Kleinunternehmen gegenüber, was das Bild einer Wirtschaft zeichnet, die unter zunehmendem Druck steht.

Die Wirtschaft ist noch nicht zusammengebrochen, aber sie bekommt Risse

Wie so oft hat der Immobilienmarkt für eine positive Überraschung gesorgt. Die Verkäufe bestehender Häuser stiegen im Mai auf den höchsten Stand seit einem Jahr – auf annualisiert 4,17 Millionen. Der Medianpreis legte im Jahresvergleich um 1,3 % auf 429.300 Dollar zu, und die Zahl der zum Verkauf stehenden Objekte erhöhte sich leicht auf 1,55 Millionen. Aufschlussreich ist die Struktur der Käufer: Ersterwerber machten 35 % der Transaktionen aus – den höchsten Anteil seit Juni 2020. Das deutet darauf hin, dass der Markt sich schrittweise zu einem gesünderen, organischeren Nachfragemodell zurückentwickelt – obwohl die Hypothekenzinsen bereits im vierten Jahr in Folge über 6 % liegen.

Auch die Handelsbilanz fiel erfreulich aus. Das Defizit verringerte sich im April um 1,2 % auf 55,9 Milliarden Dollar und lag damit leicht unter der Konsenserwartung von 56,1 Milliarden Dollar. Haupttreiber waren Ölexporte – die Ausfuhren von Rohöl stiegen im Monatsvergleich um 60 %. Der Krieg mit Iran und die Schließung der Straße von Hormus haben die weltweite Nachfrage nach amerikanischen Energierohstoffen umgelenkt, und die USA nutzen dieses Zeitfenster aktiv aus. Die Importe legten um 2 % zu – vor allem wegen Computern und Halbleitern, was den anhaltenden Investitionsboom im Bau von Rechenzentren widerspiegelt.

Wie bereits erwähnt, wirft der NFIB Small Business Optimism Index einen Schatten auf dieses insgesamt positive Bild. Im Mai sank er um 0,6 Punkte auf 95,3 – den niedrigsten Stand seit Oktober 2024. Bemerkenswert ist, dass der Index nach Trumps Wiederwahl im Dezember 2024 sprunghaft auf ein Sechsjahreshoch gestiegen war; seither zieht er sich jedoch kontinuierlich zurück. Jetzt ist die gesamte Wahl‑Euphorie faktisch wieder aufgebraucht. Kleine Unternehmen sind ein sensibler Gradmesser für den tatsächlichen Zustand der Wirtschaft: Sie spüren als Erste steigende Kosten, höhere Zinsen und nachlassende Konsumentennachfrage.

In der Summe zeichnet diese Datenlage das Bild einer amerikanischen Wirtschaft, die sich noch behauptet, aber zunehmend schwerer. Große Unternehmen und Exporteure profitieren von der geopolitischen Situation, und der Immobilienmarkt hat ein neues Gleichgewicht gefunden. Doch die kleinen Unternehmen – das Rückgrat von Beschäftigung und Konsum – verlieren an Zuversicht. Vor dem Hintergrund der heute erwarteten Mai-Inflationsrate (CPI) von 4,2 % und der ersten Sitzung der Federal Reserve unter Warshs Führung in der nächsten Woche verschärft diese Kombination von Signalen das Dilemma der Zentralbank: Die Wirtschaft ist noch nicht kaputt, aber sie bekommt Risse – und die Inflation steigt weiter.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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