Im Stundenchart stieg GBP/USD am Dienstag bis zum 50,0%-Fibonacci-Retracement bei 1,3408, prallte dort ab, fiel auf 1,3355 und drehte anschließend erneut zugunsten des Pfunds. Infolgedessen könnte das Paar heute zum Niveau von 1,3408 zurückkehren. Ein weiterer Rückprall von diesem Niveau würde Tradern die Erwartung ermöglichen, mit einem erneuten Rückgang in Richtung der Unterstützungszone bei 1,3349–1,3355 zu rechnen. Ein Ausbruch und eine Bestätigung oberhalb von 1,3408 würden die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs in Richtung des nächsten Widerstandsbereichs bei 1,3454–1,3466 erhöhen.

Die Wellenstruktur bleibt bärisch, da den Bullen weiterhin ausreichend positive geopolitische Nachrichten fehlen, um einen breit angelegten Aufwärtsschub zu starten. Die letzte abgeschlossene Aufwärtswelle konnte das vorherige Hoch nicht durchbrechen, während die jüngste Abwärtswelle unter das vorherige Tief gefallen ist. Die geopolitische Entwicklung ist derzeit äußerst unsicher, sodass weder Bullen noch Bären einen klaren Vorteil haben. Der Abwärtstrend kann erst dann als abgeschlossen gelten, wenn das Hoch vom 5. Juni überschritten wird.
Der Nachrichtenfluss war am Dienstag in Bezug auf Konjunkturdaten schwach, dafür aber aus geopolitischer Sicht stark. Wie bereits erwähnt, wurden alle Intraday-Bewegungen durch geopolitische Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten bestimmt. Bis Mittwochmorgen konnte eine weitere Eskalation des Konflikts verhindert werden, während die Parteien erneut Schläge austauschten und gleichzeitig die Waffenruhe aufrechterhielten. Die Situation könnte sich heute wiederholen, da es alle paar Tage zu ähnlichen Entwicklungen kommt. Da bislang jedoch keine neuen Angriffe gemeldet wurden, haben Händler ihre Aufmerksamkeit auf den US-Verbraucherpreisindex gerichtet, der später am Tag veröffentlicht wird. Prognosen deuten darauf hin, dass die Inflation in den Vereinigten Staaten im Jahresvergleich auf 4,2 % anziehen wird, doch für die Händler ist der tatsächliche Wert wichtiger als die Schätzungen. Die Zahl könnte deutlich über oder unter den Erwartungen liegen. Ein höherer Wert als erwartet könnte erneuten Verkaufsdruck seitens der Bären auslösen, während ein schwächerer Wert die Bullen unterstützen würde. Der FOMC erwägt derzeit keine weitere Straffung der Geldpolitik, sodass vermutlich nur eine deutliche Beschleunigung der Inflation das Komitee dazu veranlassen dürfte, seine Haltung zu überdenken.

Im 4-Stunden-Chart ist GBP/USD vom 23,6%-Fibonacci-Retracement-Niveau bei 1,3327 nach oben abgeprallt und zugunsten des Pfunds gedreht. Daher könnte das Währungspaar kurzfristig zum Widerstandsbereich von 1,3482–1,3514 zurückkehren. Eine Konsolidierung unterhalb von 1,3327 würde eine Fortsetzung des Rückgangs in Richtung des 0,0%-Fibonacci-Niveaus bei 1,3159 begünstigen. Derzeit sind auf keinem Indikator neue Divergenzen erkennbar.
Commitments of Traders (COT)-Bericht:

Die Stimmung in der Kategorie der Nichtkommerziellen ist in der jüngsten Berichtswoche etwas weniger bärisch geworden. Die Zahl der von Spekulanten gehaltenen Long-Positionen sank um 4.291, während die Short-Positionen um 13.471 zurückgingen. Die Lücke zwischen Long- und Short-Positionen liegt derzeit bei etwa 53.000 gegenüber 110.000 Kontrakten. Die Bären haben den Markt in den vergangenen Monaten dominiert, was angesichts der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der politischen Krise im Vereinigten Königreich nicht überraschend ist. Der Vorteil der Bären übersteigt derzeit ein Verhältnis von zwei zu eins.
Ich glaube weiterhin nicht an einen anhaltenden Abwärtstrend beim Pfund, aber kurzfristig wird alles nicht von wirtschaftlichen Indikatoren, Trumps Handelspolitik oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, sondern von Dauer, Ausmaß und Folgen des Konflikts im Nahen Osten. In den vergangenen Wochen hat sich der Markt auf die Erwartung eines langwierigen Konflikts eingestellt, doch die jüngsten Entwicklungen deuten darauf hin, dass ein Waffenstillstand dennoch erreicht werden könnte, auch wenn dies vermutlich weder schnell noch einfach sein wird.
Wirtschaftskalender für die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich:
- Vereinigte Staaten – Verbraucherpreisindex (12:30 UTC).
Der Wirtschaftskalender für den 10. Juni enthält nur ein wichtiges Ereignis. Der Einfluss des wirtschaftlichen Umfelds auf die Marktstimmung könnte in der zweiten Tageshälfte spürbar werden.
GBP/USD-Prognose und Handelsempfehlungen:
Short-Positionen waren nach einem Abprall vom Niveau 1,3408 im Stundenchart mit Zielbereich 1,3349–1,3355 möglich. Dieses Ziel wurde gestern nahezu erreicht. Neue Short-Positionen können bei einem erneuten Abprall von 1,3408 oder nach einem Schlusskurs unterhalb des Bereichs 1,3349–1,3355 in Betracht gezogen werden. Long-Positionen können heute nach einem Abprall vom Unterstützungsbereich 1,3349–1,3355 mit Ziel 1,3408 erwogen werden. Alternativ kommen Long-Positionen nach einem Schlusskurs über 1,3408 mit Zielbereich 1,3454–1,3466 in Frage.
Fibonacci-Retracement-Gitter sind im Stundenchart von 1,3158 bis 1,3655 und im 4-Stunden-Chart von 1,3866 bis 1,3158 eingezeichnet.
