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FX.co ★ Gold stürzt in einen bodenlosen Abgrund

Gold stürzt in einen bodenlosen Abgrund

Gold durchbricht alle bislang bekannten Muster der Marktanalyse. Es fällt, wenn die Aktienindizes steigen. Wenn der S&P 500 nachgibt, legt XAU/USD parallel zu. Über Jahrzehnte galt die Auffassung, dass das Edelmetall die Angst liebt – und umgekehrt die Angst das Edelmetall. Doch der Konflikt im Nahen Osten hat gezeigt, dass dies bei Weitem nicht der Fall ist.

Gold und US-Aktienindizes: Jüngste Entwicklungen

Gold stürzt in einen bodenlosen Abgrund

Gold gilt als sicherer Hafen, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch eher wie ein Risikoasset verhalten. Massive geldpolitische Stimuli der Fed trieben XAU/USD in den Jahren 2011 und 2020 auf Rekordstände, und eine Senkung des Federal Funds Rate Ende 2025 half dem Metall, auf neue Allzeithochs zu steigen. Es wurde zunehmend als hochliquides Portfoliowerkzeug betrachtet, das helfen kann, Marginanforderungen bei Aktienverkäufen zu erfüllen.

In der Folge entwickelte sich eine positive Korrelation zwischen Gold und Aktienindizes, die jedoch durch die Ereignisse im Nahen Osten durchbrochen wurde. Während der S&P 500 von seinem Tief im März aus etwa ein Fünftel an Wert zulegen konnte, fiel das Edelmetall weiter. Natürlich fehlen ihm die starken Treiber in Form von überragenden Unternehmensgewinnen und dem AI-Technologie-Boom. Dennoch: So düster wie derzeit sah XAU/USD schon lange nicht mehr aus.

Der Rückgang wird durch ein ungünstiges externes Umfeld begünstigt. Gold wirft keine Zinsen ab, weshalb sein Preis typischerweise fällt, wenn die Renditen von US-Staatsanleihen steigen. Das Metall wird in US-Dollar notiert, sodass eine Rallye des USD klar nachteilig für Gold ist.

Entwicklung von Gold und US-Treasury-Renditen

Gold stürzt in einen bodenlosen Abgrund

Wenn Gold in den Jahren 2022–2023 noch durch Käufe der Zentralbanken und ETF-Zuflüsse gestützt wurde, ist davon heute nichts mehr zu sehen. Die Aufsichtsbehörden tätigten im April nach Nettoverkäufen im März nur geringe Käufe von Barren. Laut Untersuchungen von Standard Chartered Bank lagen Anfang Juni rund 270 Tonnen der Bestände spezialisierter Exchange Traded Funds im Minus. Der Rückgang von XAU/USD erhöhte diese Zahl auf 298 Tonnen. Kapitalabflüsse aus ETFs werden den Verkaufsdruck an den Spot- und Terminmärkten weiter verstärken.

Gold stürzt in einen bodenlosen Abgrund

Das ungünstige externe Umfeld und die fehlende Nachfrageunterstützung durch Bullion-Käufe und spezialisierte ETFs sind nur ein Teil des Problems. Gold hat langjährige Zusammenhänge durchbrochen, weil eine Blase geplatzt ist. Anfang 2026 stieg es zu schnell und begann, an Bitcoin in seinen Glanzzeiten zu erinnern. Beide Anlageklassen wurden schlicht wegen ihrer geradlinigen Kursrallys gekauft – Rallys, die keine fundamentale Rechtfertigung hatten. Am Ende musste es so kommen, wie es gekommen ist: ein Einbruch.

Aus technischer Sicht bereiten sich die Bären im Gold-Tageschart darauf vor, den Abwärtstrend wieder aufzunehmen. Eine klare Unterschreitung der Unterstützung am Pivot-Level von 4.150 US-Dollar je Unze wird dafür eine notwendige Voraussetzung sein. Dies würde es erlauben, Short-Positionen aufzustocken, die im Bereich von 4.415 und 4.380 US-Dollar eröffnet wurden.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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