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FX.co ★ Yen sucht einen Halt

Yen sucht einen Halt

Ein einzelner Soldat macht noch kein Schlachtfeld. Selbst die fünffache Zinserhöhung der Bank of Japan unter Kazuo Ueda auf 1 % – den höchsten Stand seit 31 Jahren – hat dem Yen nicht zu einem festen Fundament verholfen. USD/JPY bewegt sich in Richtung der Höchststände der letzten 40 Jahre, und Hedgefonds sind so aggressiv gegen den „Yen“ positioniert wie seit 2007 nicht mehr. Laut der Commodity Futures Trading Commission stieg die Zahl der Wetten auf weitere Yen-Abwertungen bis Ende Juni auf fast 138.000 Kontrakte.

Dynamik der spekulativen Positionen im Yen

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Auf den ersten Blick wirkt es paradox, denn die japanische Wirtschaft scheint robust zu sein. Die Bankkredite sind im Juni so stark gewachsen wie seit der Pandemie nicht mehr, und die Tankan-Umfrage verzeichnete erstmals seit einem Jahr eine Verbesserung der finanziellen Bedingungen für Unternehmen. Edmond de Rothschild Asset Management ist jedoch der Ansicht, dass die aktuelle Schwäche des Yen übertrieben ist und die soliden Fundamentaldaten der japanischen Wirtschaft nicht widerspiegelt.

Das Problem liegt im Zinsdifferential. Goldman Sachs hat seine Prognose für USD/JPY für den Jahresverlauf von 155 auf 165 angehoben und gehört damit zu den „bearishsten“ Banken an der Wall Street. Der Grund ist der anhaltende Renditeabstand zwischen US- und japanischen Staatsanleihen, der fiskalische Druck auf Tokio und das schrittweise Vorgehen der Bank of Japan bei der geldpolitischen Straffung. Die meisten befragten Volkswirte rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung auf 1,75 % bis zum Ende des Zyklus. Die US-Zinsmärkte bewerten die Wahrscheinlichkeit, dass das Währungspaar bis nächsten Sommer auf 165 steigt, auf 76 %.

Zusätzlichen Druck erzeugt die politische Unsicherheit. An den Märkten wird spekuliert, ob die Regierung von Sanae Takaichi versucht, die Zinserhöhungen der BoJ hinauszuschieben, um fiskalische Expansion zu finanzieren. Minister Minoru Kiuchi weist dies zurück und bezeichnet entsprechende Medienberichte als unzutreffend. Allerdings weckt die Ernennung neuer Mitglieder im Board of Directors, die einer lockeren Geldpolitik zugeneigt sind, Zweifel.

Entwicklung von USD/JPY und Währungsinterventionen

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Nach Einschätzung von Edmond de Rothschild sind Währungsinterventionen unausweichlich. Das Unternehmen rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit koordiniertem Eingreifen der BoJ, der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank. Sollte es dazu kommen, könnte der US-Dollar auf £155 zurückfallen, und das derzeitige Hoch knapp unter £163 läuft Gefahr, zum Gipfel des Aufwärtstrends zu werden. Ohne Interventionen, warnt das Unternehmen, wäre jede Aufwertung des Yen lediglich eine kurze Episode und keine nachhaltige Trendwende.

Yen sucht einen Halt

Damit sprechen die Fundamentaldaten für den Yen, während die Marktstimmung und die Positionierung der Spekulanten gegen ihn gerichtet sind. Nur koordinierte Aktionen der Zentralbanken können diesen Konflikt lösen und erinnern an das Plaza Accord von 1985. Werden wir Interventionen sehen, bevor der US‑Dollar die Marke von £170 erreicht?

Aus technischer Sicht bildet USD/JPY im Tageschart eine Inside Bar in der Nähe eines Doppeltops. Sollten sich diese Umkehrmuster bestätigen, steigt das Risiko einer korrektiven Bewegung innerhalb des Aufwärtstrends. Ein Ausbruch unter die Unterstützung bei £162,25 würde eine Grundlage für den Aufbau von Short‑Positionen im US‑Dollar schaffen.

*Die zur Verfügung gestellte Marktanalyse dient zu den Informationszwecken und sollte als Anforderung zur Eröffnung einer Transaktion nicht ausgelegt werden
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