Der Libanon hat den blutigsten Kampftag seit Monaten erlebt, was den Druck auf die ins Stocken geratenen, von den USA vermittelten Gespräche mit dem Iran erhöht, just in dem Moment, in dem Washington neue wirtschaftliche Maßnahmen vorbereitet. Die Israel Defense Forces führten trotz einer Waffenruhe und einer US-Bitte, auf Feindseligkeiten zu verzichten, Angriffe im Libanon durch. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte, die Angriffe seien eine Reaktion auf einen Hezbollah-Anschlag gewesen, bei dem am Samstag drei Soldaten verletzt wurden. Israel warnte zudem, es werde die von Iran unterstützte Gruppe erneut angreifen, sollte es sich bedroht fühlen.

Die Wiederaufnahme der Kämpfe gefährdet die von den USA vermittelte Waffenruhe, die die Entwaffnung der Hisbollah, einen anschließenden Rückzug der israelischen Streitkräfte aus den besetzten Stellungen und die Übertragung der Sicherheitsverantwortung auf die libanesische Armee vorsieht. Gleichzeitig verkompliziert sie die ohnehin festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und Iran, deren Waffenruhe heute ausläuft.
Die Haltung von Präsident Trump ist kompromisslos. In einem Interview am Freitag sagte er, er plane, Irans Wirtschaft hart zu treffen, und fügte hinzu, dass es ihn nicht interessiere, ob der Konflikt vor den Zwischenwahlen im November endet, deren Ausgang in hohem Maße von der Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage durch die Wähler abhängen wird.
Allerdings sind Washingtons praktische Handlungsmöglichkeiten begrenzt, was das zentrale Problem der Strategie darstellt. Es ist unklar, welche zusätzlichen Maßnahmen die USA ergreifen können, ohne auf sekundäre Sanktionen zurückzugreifen. China kauft mehr als 90 % des iranischen Öls, doch Sanktionen gegen Peking bergen das Risiko von Vergeltungsmaßnahmen, die der US-Wirtschaft schaden und die Unsicherheit über die globalen Energiepreise erhöhen würden. Irans Wirtschaft ist bereits stark in Mitleidenschaft gezogen: Ein erheblicher Teil der industriellen Kapazitäten ist beeinträchtigt, und die Ölexporte sind durch die US-Seeblockade drastisch zurückgegangen. Dennoch haben aufeinanderfolgende Sanktionswellen Teheran weder dazu gezwungen, beim Atomprogramm nachzugeben, noch seine Kontrolle über die Straße von Hormus aufzugeben.
Vor dem Krieg wurden etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gastransits durch die Meerenge abgewickelt. Brent ist in der vergangenen Woche um fast 6 % gestiegen, nachdem Angriffe auf Schiffe die anhaltenden Risiken für die Energieflüsse deutlich gemacht hatten, und notierte am Montag in Asien weitgehend unverändert unter 89 US-Dollar pro Barrel.
Besonders besorgniserregend sind Hinweise darauf, dass Iran die relative Ruhe nutzt, um sich auf eine größere Konfrontation vorzubereiten. All dies deutet auf eine grundlegende Pattsituation hin, und Angriffe in und um die Meerenge gehen weiter.
Trotz der geopolitischen Turbulenzen zeigen die Ölmärkte keinen ausgeprägten Run auf Käufe, und auch der US-Dollar zieht keine nennenswerte Nachfrage als sicherer Hafen auf sich. Offenbar gehen Händler davon aus, dass der Konflikt im Nahen Osten nicht schnell enden wird und betrachten ihn nicht mehr als eindeutiges Richtungsignal.
Das aktuelle technische Bild für EUR/USD legt nahe, dass Käufer nun daran denken müssen, die Marke von 1,1590 zu überwinden. Nur dann wird ein Zieltest von 1,1620 möglich. Von dort aus könnte ein Anstieg auf 1,1645 möglich sein, allerdings wäre dies ohne Unterstützung der großen Marktteilnehmer schwierig. Auf der Unterseite rechne ich damit, dass ernsthafte Käufe erst im Bereich von 1,1570 einsetzen. Sollten dort keine Käufer auftreten, wäre es ratsam, auf ein neues Tief bei 1,1550 zu warten oder Long-Positionen von 1,1510 aus zu eröffnen.
Das aktuelle technische Bild für GBP/USD deutet darauf hin, dass Käufer des Pfund Sterling zunächst den nächstliegenden Widerstand bei 1,3560 überwinden müssen. Nur dann wird ein Ziel von 1,3580 möglich, oberhalb dessen weitere Fortschritte schwierig sein dürften. Das weiter entfernte Ziel liegt im Bereich von 1,3615. Im Falle eines Rückgangs werden die Bären versuchen, die Kontrolle über die Marke von 1,3540 zu übernehmen. Gelingt ihnen dies, würde ein Ausbruch aus der Handelsspanne den Bullen einen schweren Schlag versetzen und GBP/USD in Richtung eines Tiefs bei 1,3520 mit der Aussicht auf eine Ausweitung bis 1,3501 drücken.
