
GBP/USD steigt weiter, was ich für völlig gerechtfertigt halte. Die Daten zur US-Wirtschaft, zum Arbeitsmarkt und zur Inflation haben die Diskussion darüber, ob das FOMC im September die Zinsen anheben wird, im Grunde beendet. Die Nonfarm Payrolls sind zum vierten Mal in Folge zurückgegangen und ins Negative gedreht. Die US-Wirtschaft kühlt sich ab, während die Inflation zurückgeht. Die Lage kann sich mit der Zeit ändern, doch aktuell ist das FOMC einer abwartenden Haltung deutlich näher als einer erneuten Straffung.
In den letzten Wochen wurden am Markt intensiv Gerüchte diskutiert, wonach die hohe Inflation die Fed zu Zinserhöhungen zwingen könnte. Kevin Warsh hat ebenfalls von einer überhöhten Inflation gesprochen, die auf das Zielniveau zurückgeführt werden müsse. Wie von mir erwartet, ist die Inflation für die Zentralbank jedoch nicht der einzige maßgebliche Faktor. Der Arbeitsmarkt ist für das FOMC ebenso wichtig, und sein derzeitiger Zustand lässt sich nicht ignorieren. Insgesamt ist die Situation, vor der die Fed im August steht, äußerst schwierig geworden. Eine weitere Straffung der Geldpolitik ist nicht ratsam, da sie die Konjunktur und den Arbeitsmarkt zusätzlich schwächen könnte. Abwarten ist jedoch ebenfalls kein Idealweg, da die Inflation wieder anziehen könnte. Donald Trump ist nicht bereit, gegenüber Iran Zugeständnisse zu machen, während Iran keinen Grund sieht, mit Trump über irgendetwas zu verhandeln. Der Konflikt geht weiter, und die Blockade der Straße von Hormus bleibt bestehen.
Wie bereits erwähnt, wirkt sich die Geopolitik nicht mehr positiv auf den Dollar aus, da die Verhandlungen zwischen den USA und Iran de facto in einer Sackgasse stecken. Offiziell verhandelt Teheran nur mit Oman. Es ist unklar, was diese Gespräche im Hinblick auf ein Ende des Konflikts und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus bewirken werden. Iran könnte sich mit Oman auf Bedingungen zur Kontrolle der Straße von Hormus einigen, doch wie würde dies den Konflikt mit den USA lösen und die von den USA verhängte Blockade der Meerenge beenden?
Zu Beginn der neuen Woche wird Öl bei 91 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Bleibt die Straße von Hormus geschlossen, dürften die Ölpreise weiter steigen und die Hochs vom März bis Mai erneut testen. In diesem Fall könnte die Inflation in den USA oder im Vereinigten Königreich wieder anziehen. Wird der Konflikt dagegen gelöst, könnten die Ölpreise in die Spanne von 60–70 US-Dollar pro Barrel zurückfallen. Dann wäre eine weitere Straffung durch die Fed möglicherweise nicht nötig, während die Bank of England derzeit nicht mit einem Problem übermäßig hoher Inflation konfrontiert ist. Im Moment ist es jedoch die Fed, die sich nicht zu einem hawkishen Schritt durchringen kann, während die Bank of England im Gegenzug bereit ist, die Geldpolitik zu straffen, sollte die Inflation wieder anziehen (auch wenn es dafür derzeit keine Anzeichen gibt). Aus meiner Sicht hat das Pfund damit sogar einen gewissen Vorteil.
Die technische Analyse zeigt einen neuen bullischen Vorstoß. Die Trader verfügen aktuell über zwei bullische Imbalances (24 und 25), innerhalb derer sich Kaufgelegenheiten anbieten. Imbalance 24 hat bereits ein Kaufsignal generiert, auf das Trader hätten reagieren können. Derzeit gibt es keine bärischen Muster. In letzter Zeit hat es keine Liquidity Sweeps gegeben. Daher bleibt den Tradern im Moment wenig anderes übrig, als ihre Long-Positionen weiter offen zu halten. Nach dem starken Anstieg am Freitag könnte sich bereits heute eine neue bullische Imbalance bilden.
Am Montag gab es keine nennenswerten Konjunkturnachrichten, dennoch setzten die Bullen ihren Vorstoß fort. Aus meiner Sicht ist dies ein angemessenes Marktverhalten, da sich der Aufwärtstrend nach der „geopolitischen Feder“ wieder erholt.
Das übergeordnete fundamentale Umfeld ist weiterhin so, dass ich langfristig wenig Anlass sehe, mit etwas anderem als einer weiteren Schwäche des US-Dollar zu rechnen. Der Krieg zwischen Iran und den USA hat diesen Ausblick nicht verändert. Auch die Möglichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026 hat daran nichts geändert. Die geopolitischen Entwicklungen haben den Markt für einige Monate an den Status des Dollar als sicheren Hafen erinnert, doch die aktive Phase des Konflikts ist bereits vorüber. Die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung durch das FOMC ist in den letzten Wochen deutlich gesunken und lastet auf der US-Währung. Aus meiner Sicht ist daher jede Dollar-Stärke nur vorübergehend und von kurzfristigen Faktoren getrieben. Ich sehe keine Grundlage für einen neuen bärischen Vorstoß.
US- und UK‑Terminkalender
- UK – Arbeitslosenquote (06:00 UTC).
- UK – Veränderung der durchschnittlichen Stundenlöhne (06:00 UTC).
- UK – Veränderung der Zahl der Arbeitslosen (06:00 UTC).
- US – Wöchentlicher ADP Employment Change Report (12:15 UTC).
- US – Baugenehmigungen (12:30 UTC).
- US – Wohnungsbaubeginne (12:30 UTC).
- US – Veränderung der Industrieproduktion (13:15 UTC).
Am 18. August stehen sieben Veröffentlichungen im Wirtschaftskalender, wobei die Daten aus dem Vereinigten Königreich besonders hervorstechen. Das fundamentale Umfeld wird die Marktstimmung den gesamten Dienstag über beeinflussen.
GBP/USD Prognose und Trading-Tipps
Der langfristige Ausblick für das Pfund bleibt bullisch. Nachdem die Liquidität aus den beiden letzten Swings abgefischt wurde, starteten die Bullen einen Vorstoß, der weiterhin anhält. Kurzfristig rechne ich mit einem weiteren Anstieg des Pfunds, da die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Straffung durch das FOMC derzeit äußerst gering ist. Ich sehe keine Grundlage für einen bärischen Vorstoß, da es keine bärischen Muster gibt. Die Bullen haben ein Kaufsignal aus Imbalance 24 erhalten, das weiter gültig ist. Das Ziel für weitere Gewinne des Pfunds ist das Hoch vom 1. Mai bei 1,3656, das rund 100 Punkte entfernt liegt. Die Marke bei 1,3557 sollte genau beobachtet werden, da von diesem Level aus die Liquidität abgefischt werden könnte. Geschieht dies, könnte das Paar zugunsten des US-Dollar drehen und eine Abwärtsbewegung einsetzen.
