Die US-Aktienindizes schlossen gestern erneut im Minus. Der S&P 500 fiel um 0,52 %, der Nasdaq 100 gab 0,32 % nach, und der Dow Jones Industrial Average verlor 1,06 %.

Die Rendite der 30-jährigen US-Treasury-Anleihe stieg um zwei Basispunkte auf 5,32 % und kehrte damit auf Niveaus zurück, die zuletzt im Juni 2007 erreicht worden waren. Die Rendite der 10-jährigen Anleihe legte nach einem Anstieg um drei Basispunkte am Montag um einen weiteren Basispunkt auf 4,73 % zu.
Steigende Renditen spiegeln die Sorge der Anleger über das rasch wachsende Staatsdefizit, eine Welle von Emissionen langlaufender Anleihen und eine Inflation wider, die bereits im fünften Jahr in Folge über dem Ziel der Fed liegt. Bemerkenswert ist, dass Händler ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf den Anleihemarkt richteten, obwohl zwei beruhigende Inflationsberichte in diesem Monat die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im nächsten Monat verringert hatten.
Ein zweiter Treiber des Ausverkaufs ist der Ölmarkt. Brent legte um 0,4 % auf 91,25 US-Dollar je Barrel zu, nachdem President Trump erklärt hatte, er sei nicht daran interessiert, ein auslaufendes Abkommen mit Iran zu verlängern, und die Kämpfe im Libanon erneut aufgeflammt waren. Wiederauflebende Spannungen im Nahen Osten und der Anstieg des Ölpreises schüren die Inflationssorgen in einer Phase, in der die Aussichten auf eine Einigung zwischen den USA und Iran schwinden und die Frage einer Wiederöffnung der Straße von Hormus wieder auf die Agenda gerückt ist.
Die Kombination aus höheren Ölpreisen, steigenden Treasury-Renditen und neuer geopolitischer Unsicherheit dürfte die Märkte wohl volatil halten, und Händler werden besonders sensibel auf weitere Nachrichten aus dem Nahen Osten reagieren.
Die Aktienmärkte reagierten deutlich negativ. Die asiatischen Börsen gaben ihre morgendlichen Gewinne wieder ab, und der regionale MSCI-Index fiel um rund 1,0 %. Der südkoreanische KOSPI rutschte zunächst um 3,4 % ab und schloss den Handelstag mit einem Minus von etwa 2,0 %; Japans Nikkei 225 verlor 2,3 %. Die Nasdaq-100-Futures setzten ihre Talfahrt heute fort und lagen etwa 0,7 % im Minus, und die europäischen Indizes notieren ebenfalls im negativen Bereich.
Gold gab um 0,5 % auf rund 4.395 US-Dollar je Feinunze nach.

Das technische Bild für den S&P 500 deutet darauf hin, dass die unmittelbare Aufgabe der Käufer heute darin besteht, den Widerstand bei 7.718 Punkten zu überwinden. Das würde Stärke signalisieren und den Weg in Richtung 7.737 eröffnen. Die Kontrolle über das Niveau von 7.756 würde die Position der Bullen weiter festigen. Auf der Unterseite sollten Käufer bei nachlassender Risikobereitschaft das Niveau von 7.698 verteidigen. Ein Bruch darunter würde den Index rasch zurück in den Bereich um 7.679 drücken und den Weg in Richtung 7.656 freimachen.
